Informationen für Bauherren

Erneuerbare Energien

Sie planen einen Neubau mit einer Nutzfläche von über 50 Quadratmetern? Dann müssen Sie nach dem Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) anteilig erneuerbare Energien einsetzen.

Der Anteil muss dabei mindestens 15 Prozent bei Solarstrahlung, 30 Prozent bei Biogas (nur mit KWK), 50 Prozent bei Bioöl (unter bestimmten Voraussetzungen) und 50 Prozent bei fester Biomasse (Wirkungsgrad mindestens 86 Prozent) betragen. Ebenso sind Geothermie und Umweltwärme (mit Anforderungen) möglich.  

Möchten Sie auf den Einsatz erneuerbarer Energien verzichten, können Sie alternativ 50 Prozent des Wärme- und Kälteenergiebedarfs über Ihre Kraft-Wärme-Koppelungsanlage oder aus Anlagen zur Nutzung von Abwärme gewinnen, Fernwärme oder Fernkälte nutzen oder die Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) an der Jahresprimärenergie um 15 Prozent unterschreiten.

Ausnahmen liegen vor, wenn weder erneuerbare Energien genutzt noch Ersatzmaßnahmen aus öffentlich-rechtlichen oder technischen Gründen ergriffen werden können oder eine Durchführung zu einer unbilligen Härte führen würde.

Als Eigentümer eines Gebäudes müssen Sie die Verwendung erneuerbarer Energien bei der Baurechtsbehörde nachweisen. Dazu muss ein Sachkundiger Ihnen die Umsetzung der Vorschrift bestätigen. Der Nachweis muss in den ersten drei Monaten des Jahres nach der Inbetriebnahme der Anlage vorlegen.

Heizungsanlagentausch bei bestehenden Gebäuden

Möchten Sie als Eigentümer eines bestehenden Gebäudes Ihre Heizungsanlage austauschen oder sanieren, müssen Sie ebenfalls die Vorgaben des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes Baden-Württemberg (EWärmeG) beachten.  

Sie sind verpflichtet, 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu ersetzen oder alternativ, den Wärmeenergiebedarf um 15 Prozent zu reduzieren.

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz des Bundes und das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) in Baden-Württemberg wurden mit dem Ziel verabschiedet, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern und begrenzte Energieressourcen (Öl, Gas und Kohle) zu schonen.

Die Regelungen des Landes-EWärmeG für bestehende Wohngebäude gelten seit dem 1. Januar 2010 und wurden 2015 durch eine Neufassung ersetzt. Diese sieht eine Nutzungspflicht von 15 Prozent erneuerbaren Energien vor. Das Gesetz gilt für Wohn- und Nichtwohngebäude, die vor 2009 errichtet wurden.

Ausnahmen von der Erfüllung der Anforderungen gibt es nur, wenn
  • es sich um in § 2 Absatz 2 aufgezählte Ausnahmen vom Geltungsbereich handelt,
  • allen Erfüllungsmöglichkeiten öffentlich-rechtliche Vorschriften entgegenstehen,
  • eine Umsetzung aller Optionen technisch nicht möglich ist,
  • die Nutzungspflicht eine unbillige Härte für die Hauseigentümerin oder den Hauseigentümer darstellt (z.B. wenn sie oder er selbst nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt).
Die Anforderungen müssen erfüllt werden, wenn die zentrale Heizungsanlage ausgetauscht wird. Etagenheizungen sind von den Bestimmungen ausgenommen. Der Einbau von Heizungsanlagen, die erneuerbare Energien nutzen, wird auch finanziell gefördert.

Tipp: Das Umweltministerium bietet auf seinen Internetseiten weitere Informationen rund um das EWärmeG an (siehe Link rechts).

Informationsfilm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zum Thema