Politisches Engagement

Jugendbeteiligung

Im Jahr 2015 beschloss die Landesregierung Baden-Württemberg die verpflichtende Verankerung der Jugendbeteiligung in Paragraph 41a der Gemeindeordnung.

„Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener  Weise beteiligen. Dafür sind von der Gemeinde geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln. Insbesondere kann die Gemeinde einen Jugendgemeinderat oder eine andere Jugendvertretung einrichten. Die Mitglieder der Jugendvertretung sind ehrenamtlich tätig.“ (§41a, Abs.1, GemO BW)

Um auf diese Forderung adäquat zu reagieren entwickelte das städtische Jugendreferat unter Leitung von Andreas Kramer verschiedene Ideen und Projekte zur Umsetzung. Seit März 2020 ist zudem Lars Lucas bei der Stadtverwaltung tätig, welcher als Jugendreferent mit dem Arbeitsschwerpunkt Jugendbeteiligung die Verantwortung für diesen Bereich übernommen hat.

Termine

  • Forum:JUGEND #2: Donnerstag, 22.4.2021 Terminverlegung voraussichtlich auf Donnerstag, 29.4.
  • Konstituierende Sitzung der AG Jugendbeteiligung: Mittwoch, 05.05.2021 von 18:30 bis 20 Uhr
  • 8er-Rat 2021: Ab Juni 2021 über die Schulen

Aktuelle Projekte zur Jugendbeteiligung

Forum : JUGEND

Forum:JUGEND Rheinfelden (Baden)Das Forum:Jugend bietet allen jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Anliegen in Bezug auf "junges Leben" in Rheinfelden (Baden) einzubringen. Die Forumtreffen werden mit der BarCamp-Methode durchgeführt. Die Teilnehmer:innen bringen ihre eigenen Themen mit. Die Treffen finden ca. 1 x pro Monat statt.

Solange die Pandemie es noch nicht wieder zulässt, finden die Forum:JUGEGND Treffen online statt. Interessierte können sich bei Jugendreferent Lars Lucas anmelden. Email: l.lucas@rheinfelden-baden.de oder SMS/WhatsApp: 0152-22845687

8er-Rat

Der 8er-Rat wurde erstmals im Schuljahr 2018/19 in Kooperation mit allen weiterführenden Schulen der Stadt Rheinfelden (Baden) durchgeführt. Im vergangenen Jahr fand er aufgrund der Corona-Pandemie erstmals in Form einer Umfrage an den Schulen statt. Zudem trafen sich im Anschluss daran 20 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen im Jugendhaus und haben in vier Themenfelder konkrete Wünsche und Projektvorschläge formuliert. Noch im Juli 2020 wurden diese dem Gemeinderat vorgestellt.

2021 soll ab Juni ebenfalls wieder ein 8er-Rat durchgeführt werden. Die Planungen dazu laufen und werden - je nach Corona-Lage - entsprechend angepasst.

Der 8er-Rat ist ein barrierefreies, schul- und milieuübergreifendes Beteiligungsmodell für alle Schülerinnen und Schüler der achten Klassen einer Kommune. In drei Großgruppentreffen arbeiten die Jugendliche Themen aus, die ihnen persönlich wichtig sind.

  • Das erste Treffen dient dem Kennenlernen, der Erklärung des Prozesses und der Erarbeitung der Themen. Es werden schulübergreifende Arbeitsgruppen von Gleichgesinnten gebildet.
  • Im zweiten Treffen werden Experten aus der Verwaltung, dem Gemeinderat oder von Extern eingeladen, um gemeinsam mit den Jugendlichen ihre Ideen zu erörtern.
  • Im dritten Treffen wird eine Präsentation, in Form eines Gallery Walks, vorbereitet und anschließend dem Gemeinderat präsentiert.

Der 8er-Rat im Bürgersaal

Im Schuljahr 2018/19 haben 150 Achtklässlerinnen und Achtklässler am 8er-Rat teilgenommen. Sie haben ihre Projekte dem Gemeinderat vorgestellt und die Fraktionen haben dazu Stellung bezogen. Die Fachämter der Verwaltung wurden mit einer Prüfung der Vorschläge auf Umsetzbarkeit beauftragt. Es hat sich gezeigt, dass zwar nicht alle aber einige Projekte umgesetzt werden können und sollen.

„Wir wollen, dass alle jungen Menschen im Lauf ihres Heranwachsens eine
umfassende und intensive Erfahrung des Gehörtwerdens und der Selbstwirksamkeit machen. Jeder junge Mensch in einer Kommune soll erlebt haben, dass
unsere Demokratie offen für das Mitmachen ist und dass es sich lohnt, sich in das Gemeinwesen einzubringen. Eine positive Ersterfahrung mit der Demokratie, die zur weiteren Beteiligung motiviert“
(Flügge/Wenzl 2018: 1)


Jugendrathaus

Beim Jugendrathaus werden Schülerinnen und Schüler in das Rathaus eingeladen. Das Ziel hierbei ist es, diese an kommunale Entscheidungsstrukturen und Funktionsweisen heranzuführen. Dabei spielt weniger das Organigramm der Verwaltung eine Rolle als vielmehr die eigenständige Erkundung der Räumlichkeiten durch die Schülerinnen und Schüler. Es gilt, Rathausatmosphäre zu schnuppern und Barrieren abzubauen. Hierdurch soll den jungen Menschen bewusst werden, dass das Rathaus auch für ihre jugendspezifischen Anliegen eine Anlaufstelle bietet.

Der Ablauf des Jugendrathaus gestaltet sich hierbei wie folgt:

  • Die Jugendlichen kommen in einzelnen Klassen ins Rathaus und dürfen den Sitzungsaal des Gemeinderats in Beschlag nehmen.
  • Nach einer Begrüßung werden die Klassen in Kleingruppen mit maximal fünf Personen eingeteilt.
  • Jede Kleingruppe wird mit einem iPad ausgestattet und für circa 45 Minuten auf eine, durch eine fiktive Geschichte gestützte, Reise durch das Rathaus geschickt. Als Orientierungspunkte dienen Ihnen hierbei verschiedene QR-Codes, welche in einer Art digitaler Schnitzeljagt gesucht werden müssen.
  • Inhaltlich gibt es verschiedene Aufgaben zu erledigen wie beispielsweise das Mieten einer Halle für eine Schulfeier im Amt für Gebäudemanagement oder das Anmelden eines Hundes im Bürgerbüro. Aber auch Zusatzinformationen zur eigenen Kommune werden durch versteckte QR-Codes geliefert.
  • Am Ende der Rathaus-Rallye können die Schülerinnen und Schüler dann in ihren Kleingruppen bei einem interaktiven „Kahoot-Quiz“ gegeneinander antreten.

Die iPads für das Jugendrathaus

Am Jugendrathaus im Frühjahr 2020 nahmen insgesamt 270 Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen in Rheinfelden (Baden) teil.

Rheinfelder Jugendgespräche

Das im sozialen Kompetenzzentrum eingerichtete "Talkshow-Studio" bietet jungen Menschen eine Plattform, um ihr Engagement in der Stadt vorzustellen und um aktuelle Themen im Stadtgeschehen aus "junger Sicht" zu kommentieren.

Bitte klicken Sie hier, um zu den Rheinfelder Jugendgesprächen zu gelangen.

Politik & Pizza

Das Format "Politik & Pizza" ist ein niederschwelliger Einstieg in das Thema Politik und ermöglicht in entspannter Atmosphäre Begegnungen mit Akteuren der Kommunalpolitik.

Dies gestaltet sich wie folgt:

  • Nach einer kurzen, gegenseitigen Vorstellungsrunde können die Jugendlichen mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheinungsträgern über aktuelle politische Themen wie beispielsweise bevorstehenden Wahlen, diskutieren und ihre Fragen bei einem leckeren Stück Pizza direkt an diese richten.

Das Format Politik & Pizza zeichnet sich insbesondere durch seine ungezwungene Art und den gemütlichen Charakter aus, der Hemmschwellen bei allen Beteiligten abbauen soll. Zur Landtagswahl 2021 fand das Format auf Grund der Corona-Pandemie erstmals in einem digitalen Rahmen statt.

Politik & Pizza in Rheinfelden (Baden)
Bei Politik & Pizza anlässlich der Kommunalwahl 2019 nahmen Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien teil und stellten sich den Fragen der circa 150 jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Planspielwerkstatt

Planspiele sind eine spielerische Methode, Zusammenhänge im kommunalpolitischen Kontext erlebbar zu machen. Sie laden die Teilnehmer dazu ein, sich in eine Rolle hinein zu versetzen und vermeintlich einfache Aufgabenstellungen zu bearbeiten. Dabei werden die komplexen Zusammenhänge in der Politik sichtbar.

„Planspiele helfen, die Komplexität von Politik– gerade auch bezüglich des politischen Prozesses– zu reduzieren und verstehbar zu machen, und zur Einsicht in die Schwierigkeiten politischer Kompromissfindung beitragen. Sie sollen das Politische mit der Lebenswelt der Lernenden verknüpfen und einer nachhaltigen, da erfahrungsbasierten Wissensvermittlung dienen.“ (Oberle/Leuning 2018: 217)

Im Vorfeld der Kommunalwahl 2019 wurden im Jugendhaus mehrere Planspiele mit verschiedenen Schulklassen durchgeführt.

Jugendhaus-Rat

Der Jugendhaus-Rat ist ein von den Besucherinnen und Besuchern des Jugendhauses demokratisch gewähltes und institutionsbasiertes Gremium, dessen Aufgabe darin besteht, sich um die Belange des Jugendhauses und dessen Besucherinnen und Besuchern zu kümmern. Dem gewählten Gremium steht hierzu ein jährliches Budget zur Verfügung, welches bedarfsgerecht genutzt werden kann. So wurde beispielsweise neue Sofamöbel für das Jugendhaus vom Jugendhausrat, in Abstimmung mit den Besucherinnen und Besuchern ausgesucht, gekauft und aufgestellt.

Der seit 2017 existierende Jugendhausrat wird jährlich neu gewählt.

Stadtübergreifendes SMV-Forum

Das Jugendreferat hat Ende Februar das erste stadtübergreifende SMV-Forum in digitaler Form mit allen weiterführenden Schulen durchgeführt. Das Forum soll das altersübergreifende Gegenstück zum altershomogenen 8er-Rat bilden und dazu beitragen, noch mehr Jugendlichen in Rheinfelden (Baden) die Partizipation an der Gestaltung des kommunalen Lebens zu ermöglichen. Beim ersten Forum sind bereits erste konkrete Angebote entstanden.

Durch eine Verknüpfung der Projekte 8er-Rat, Jugendrathaus, Politik & Pizza, Planspielwerkstatt und dem stadtübergreifenden SMV-Forum soll langfristig ein Partizipationsmix entstehen.

Geplante Jugendbeteiligungsprojekte

Beteiligung von Jugendlichen bei Projekten der Stadtentwicklung

Bei baulichen Entwicklungen in der Stadt sollen zukünftig auch Jugendliche im Konzept der Bürgerbeteiligung berücksichtigt werden. Das bedeutet, insofern die Projekte der Stadtentwicklung ihre Interessen berühren, sollen sie auch an diesen beteiligt werden. Angebote zur Beteiligung sollen je nach Bedarf gemeinsam mit dem Stadtbauamt oder dem Hauptamt entwickelt werden.

Stärkerer Einbezug bereits vorhandener Strukturen

In Rheinfelden (Baden) gibt es bereits eine Vielzahl an Strukturen, in denen Kinder und Jugendliche demokratische Prozesse einüben können (zum Beispiel in Sportvereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr). Ziel ist es, diese vorhandenen Strukturen zu stärken, gemeinsamen Aktionen zu fördern und eine Interessenvertretung dieser Akteure in der Jugendarbeit aufzubauen.

„Jugend debattiert!“ / Debattier-Club

Die Debatte ist die Grundlage für den politischen Diskurs. Ziel ist es, die Kultur des Debattierens in Rheinfelden (Baden), etwa durch Debattier-Clubs oder die Teilnahme am Landes- und Bundeswettbewerb „Jugend debattiert!“ wieder auf eine breitere Basis zu stellen.