Information für unsere Bürgerschaft:

Grundsteuerreform

Die Grundsteuer wird künftig neu berechnet: Für die neue Grundsteuer muss das Finanzamt alle Grundstücke in Baden-Württemberg zum Stichtag 1. Januar 2022 neu bewerten. Eigentümerinnen und Eigentümer müssen dafür eine vollständige Grundsteuererklärung abgeben. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. Die Abgabefrist für die Erklärung wurde durch die Länder inzwischen verlängert. Die Erklärungen müssen nun bis zum 31. Januar 2023 abgegeben werden.

Private Eigentümer:innen von Grundstücken haben im Mai / Juni ein Schreiben vom Finanzamt mit allgemeinen Hinweisen zur Grundsteuerreform erhalten, sowie eine Aufforderung zur Übermittlung der Daten zum jeweiligen Grundstück, für das eine Feststellungserklärung abgegeben werden muss. (Hinweis: Die Informationsschreiben für land- und forstwirtschaftliche Betriebe werden zu einem späteren Zeitpunkt versendet. In diesen Fällen kann auch mit der Abgabe der Feststellungserklärung bis zum Erhalt des Schreibens abgewartet werden.)

Neu ist, dass ab dem 1. Juli 2022 die Eigentümer:innen für ihre Grundstücke (Grundsteuer B) sowie land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (Grundsteuer A) eine Steuererklärung einreichen können.

Digitale Übermittlung

Die Feststellungserklärungen sind digital an das zuständige Finanzamt zu übermitteln. Die elektronischen Formulare werden ab dem 1. Juli unter anderem im Portal „Mein ELSTER“ bereitgestellt. Nur in begründeten Härtefällen kann die Feststellungserklärung in Papierform abgegeben werden.

Ein solcher Fall liegt vor, wenn sich beispielsweise jemand erst die Technik zur elektronischen Abgabe beschaffen müsste - wie einen PC oder einen Internetzugang - oder den Umgang damit nicht gewohnt ist. Die Erklärungsvordrucke für Härtefälle werden ab dem 1. Juli beim örtlichen Finanzamt ausgehändigt. Daneben ist es möglich, dass Angehörige die elektronische Erklärung über ihren ELSTER-Zugang übermitteln.

Notwendige Angaben

Das Verfahren ist in Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Bundesländern einfach gehalten, da nur wenig Daten abgefragt werden. Benötigte Daten für die Grundsteuer B sind:

  • das Aktenzeichen, unter dem die Feststellungserklärung eingereicht werden muss,
  • die Grundstücksfläche
  • der Bodenrichtwert
  • ggf. die überwiegende Nutzung zu Wohnzwecken

Nicht abgefragt werden in Baden-Württemberg die Art der Immobilie, die Wohn- und Nutzfläche oder das Baujahr.

Bodenrichtwerte

Die Gutachterausschüsse sind auf Grund der Grundsteuerreform gesetzlich verpflichtet, zum 01.01.2022 als Hauptfeststellungszeitpunkt für die Berechnung der Grundsteuer ab 2025 die Bodenrichtwerte festzusetzen. Bis zum 30.06.2022 mussten die Gutachterausschüsse diese Aufgabe erfüllen und die neuen Bodenrichtwerte den Finanzbehörden und den Bürgern in digitaler Form zur Verfügung stellen.

Zu den Bodenrichtwerten