Ehrenbürger

Robert Haas

Robert Haas wurde am 25. Dezember 1869 in Frankfurt am Main geboren. Er verstarb am 26. September 1943 in Rheinfelden (Aargau).
 
Nach seiner Gymnasialzeit studierte Robert Haas, der einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Frankfurt entstammte, an der Technischen Hochschule und der Universität München, ferner an der Technischen Hochschule Hannover und Berlin sowie an der Universität Berlin.
 
1894 erfolgte die Promotion zum Dr. phil. in Marburg. Von 1894 bis 1898 war er dann als Ingenieur bei der Elektrizitäts-AG, vormals W. Lahmeyer & Co, in Frankfurt tätig. Von dort wechselte er bis 1902 als Oberingenieur zur Straßenbahn nach Hannover. Anschließend war er Oberingenieur und Prokurist bei der AEG, bis er 1909 Direktor der Bank für elektrische Unternehmungen in Zürich wurde.
 
1919 übernahm er das praktisch vakante Amt des Direktors bei der KWR. Robert Haas hatte in der Nachkriegszeit die schwere Aufgabe die innerbetriebliche Situation, die durch Arbeitsniederlegungen und Unruhen geprägt war, neu zu ordnen. Er schreibt 1919: „Ich war mir darüber klar, dass das alte Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das sich geschichtlich aus dem Verhältnis von Herr und Knecht entwickelt hatte, in der Zeit der geistigen und politischen Erhebung des Arbeiterstandes als überlebt sich nicht mehr halten könne; daß man aber auch an die Stelle des alten Ideals des „treuen Knechtes“ etwas Neues setzen müsse, das der Arbeit des Untergebenen einen neuen Lebensinhalt und ein neues Ideal gäbe. Ich nahm daher den Begriff der Arbeitsgemeinschaft gern auf…“
 
Robert Haas hat durch sein Verständnis für die Nöte der Arbeiter und sein soziales Engagement den Betrieb Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR) durch die unruhigen Jahre hervorragend geführt und dem Betrieb KWR einen Gemeinschaftsgeist und ein „Wir-Gefühl“ eingehaucht, die bis heute nachwirken. Eine Fürsorgestelle, später weiterentwickelt zur Betriebskrankenkasse KWR, und die Amalienstiftung für notleidende Kinder der Arbeiterfrauen sind seiner Initiative und Großzügigkeit zu verdanken. Robert Haas war auch der Initiator des 1926 gegründeten Rheinkraftwerks in Schwörstadt-Ryburg.
 
1927 erhielt Robert Haas die Ehrendoktorwürde der TH Darmstadt. 1929 wurde er zum Honorarprofessor der TH Karlsruhe ernannt. Neben diversen Aufsichtsratssitzen war er vor allem in folgenden Organisationen tätig: International als Mitglied des „Comité permanent des questions élèctriques“ des Völkerbundes in Genf; national als Sachverständiger des Reichselekrizitäts- und Rheinwasserstraßenbeirates.
 
Robert Haas wurde 1929 zum Ehrenbürger von Rheinfelden (Baden) ernannt. Er war der erste Ehrenbürger der jungen Stadt.
 
Literatur
Bocks, Wolfgang, Perspektiven mit Strom, 100 Jahre KWR Rheinfelden, 1994. Hornberger Druck KG, Maulburg; ders.: Prof. Dr. Robert Haas. KWR-Direktor, Energiemanager und erster Ehrenbürger. In: Rheinfelder Biografien 1 = Rheinfelder Geschichtsblätter 12, Rheinfelden (Baden) 2004, S. 49 – 56.