Im Notfall

Tipps für Not­situationen

Unwetter, Stromausfall, Chemieunfall oder Brand: Mit verschiedenen Vorsorgemaßnahmen können Sie sich auf verschiedene Notsituationen, die unerwartet eintreten können, vorbereiten.

Nachfolgend finden Sie einige Tipps, wie Sie sich in unterschiedlichen Notsituationen verhalten können:


Unwetter

Regentropfen

Vorsorge

  • Ergreifen Sie bauliche Maßnahmen, die die Sicherheit Ihres Wohngebäudes bei einem Unwetter erhöhen, oder regen Sie diese bei Ihrer Hausverwaltung beziehungsweise Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter an.
  • Legen Sie sich Stück für Stück einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken an. Auch bei einem Unwetter ist ein solcher Vorrat nützlich, da Sie Ihr Zuhause bei einer Unwetterwarnung möglichst nicht verlassen sollten.
  • Legen Sie eine Hausapotheke an. So können Sie unnötige Wege zur Apotheke bei Sturmwarnungen vermeiden.
  • Bereiten Sie sich auf einen Stromausfall vor. Bei schweren Stürmen kann es passieren, dass umstürzende Bäume Stromleitungen beschädigen. Sorgen Sie vor, indem Sie beispielsweise ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen und Kerzen vorhalten.
  • Bereiten Sie ein Notgepäck und eine Dokumentenmappe vor. Sollten Sie Ihr Zuhause schnell verlassen müssen, haben Sie mit Notgepäck und Dokumentenmappe alles Wichtige sofort griffbereit. Können doch bei einem Sturm auch Gebäude stark beschädigt werden, sodass sie einsturzgefährdet sind. Oder das Unwetter wird von starken Regenfällen begleitet, die zu Überschwemmungen führen.
  • Dokumentieren Sie Ihr Eigentum durch Fotos. Dies kann hilfreich sein, wenn Sie bei Unwetterschäden Ihre Versicherung in Anspruch nehmen möchten. Die Fotos können Sie beispielsweise auf einem Datenträger digital sichern und in Ihr Notgepäck packen oder analog Ihrer Dokumentenmappe beilegen.

Verhalten während des Unwetters

  • Zuhause bleiben: Verlassen Sie Ihr Zuhause nur in Notfällen, da Sie im Freien zum Beispiel bei einem schweren Sturm vielen Gefahren ausgesetzt sind.
  • Schließen Sie bei Hagel und Wirbelstürmen die Fenster, Roll- oder Fensterläden und halten Sie sich von ungeschützten Öffnungen fern.
  • Wenn Sie noch ausreichend Zeit haben, sichern Sie draußen bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel, Fahrräder et cetera.
  • Suchen Sie einen innen liegenden Raum im Erdgeschoß auf. Meiden Sie jedoch Kellerräume, da diese sehr schnell von Wasser geflutet und zu lebensbedrohlichen Fallen werden können.
  • Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite wie zum Beispiel Hallen.
  • Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Netz oder verwenden Sie einen Überspannungsschutz.
  • Wenn Sie unterwegs von einem Unwetter überrascht werden, meiden Sie ungeschützte Orte, an denen Sie von Hagel oder von vom Sturm mitgerissenen Gegenständen getroffen werden könnten.
  • Suchen Sie bei starken Stürmen und/oder Gewitter Schutz in einem Gebäude. Meiden Sie dabei bei starken Stürmen Hallen mit großen Deckenspannweiten. Wenn bei Gewitter kein schützendes Gebäude in Sicht ist, gehen Sie mit eng zusammen stehenden Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fußballen in die Hocke.
  • Meiden Sie bei Gewitter offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten, Antennen und lehnen Sie sich nicht an Zäune. Halten Sie zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern ein. Vermeiden Sie die Berührung von Gegenstände mit Metallteilen wie Regenschirme und Fahrräder.
  • Bei Hagel legen Sie sich, wenn es nirgendwo Schutz gibt, mit dem Gesicht auf den Boden und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen!
  • Im Auto sind Sie bei Gewitter sicher. Bleiben Sie daher im Fahrzeug, vermeiden Sie aber die Berührung blanker Metallteile.

Verhalten nach dem Unwetter

  • Leisten Sie bei Verletzungen Erste Hilfe und rufen Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst 112.
  • Wenn Ihr Wohngebäude stark beschädigt ist, bleiben Sie draußen und betreten Sie es erst wieder, wenn es von Fachleuten freigegeben wurde.
  • Wenn das Dach stark beschädigt ist, bleiben Sie vom Haus ausreichend weit entfernt. Rufen Sie die Feuerwehr 112 an.
  • Achtung! Wenn durch Überflutung, zum Beispiel im Keller, Heizöl oder andere gefährliche Substanzen freigesetzt worden sind, rufen Sie die Feuerwehr 112 an.
  • Vorsicht beim Betreten überfluteter Keller, es besteht die Gefahr eines Stromschlags, wenn der Hausanschlusskasten im Keller untergebracht ist.
  • Nehmen Sie elektrische Geräte nur in Betrieb, wenn sie nicht feucht geworden sind.
  • Vor dem Aufräumen sollten Sie genau kontrollieren und dokumentieren, was zum Beispiel durch Wassereinbruch oder Glasbruch beschädigt oder zerstört worden ist.
  • Vorsicht beim Betreten von Wäldern! Auch nach einem Sturm besteht dort die Gefahr, von herabstürzenden losen Ästen oder umgeknickten Bäume verletzt zu werden. Befolgen Sie die Anweisungen von Behörden und informieren Sie sich im Zweifel bei Ihrer Gemeinde, ob ein Betreten sicher ist.


Stromausfall

Vorsorge

  • Legen Sie sich ausreichende Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln und gegebenenfalls Hygieneartikeln an.
  • Sorgen Sie vor und halten Sie am besten verschiedene, alternative Lichtvarianten vorrätig: Kerzen, Taschen- oder Campinglampen (mit den erforderlichen Batterien, Streichhölzern / Feuerzeug und Gaskartuschen)
  • Mit einem Campingkocher oder einem Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas im Freien betrieben wird (nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – Erstickungsgefahr!), können kleinere Mahlzeiten zubereitet werden.
  • Warme Winterkleidung und Decken können die ausgefallene Heizung eine Zeit lang kompensieren. Wählen Sie möglichst einen Raum zum Aufenthalt und halten Sie die Türen geschlossen, damit Wärme nicht entweichen kann. Regelmäßig lüften nicht vergessen!
  • Achten Sie darauf, dass die Akkus an Ihren Laptops, Mobiltelefonen, Telefonen und ähnlichem geladen sind oder halten Sie geladene Ersatzakkus bereit. Solarbetriebene Batterieladegeräte oder Powerbanks können bei Stromausfall eine Hilfe sein.

  • Denken Sie daran, Bargeld zur Verfügung zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.

  • Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio bereit, damit Sie bei einem langanhaltenden Stromausfall Mitteilungen der Behörden verfolgen können.

  • Treffen Sie gegebenenfalls Vorkehrungen, um Ihre pflegebedürftigen Angehörigen notfalls für einige Zeit selbst pflegen zu können.


Hochwasser

Ein Ast ragt ins Hochwasser.

Vorsorge

  • Besorgen Sie zum Schutz Sandsäcke, Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon.
  • Achten Sie darauf, dass gefährliche Stoffe oder Chemikalien nicht vom Wasser erreicht werden können.
  • Bringen Sie wertvolle Möbel oder Geräte wie Computer et cetera in die oberen, hochwassergeschützten Räume.
  • Sichern Sie gegebenenfalls Ihren Heizöltank gegen den Auftrieb durch das Wasser, indem Sie ihn zum Beispiel an der Wand verankern oder mit Ballast beschweren.
  • Überprüfen Sie Ihre Vorsorgemaßnahmen. Haben Sie alles nötige im Haus?
    • ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser
    • ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio
    • eine Taschenlampe
    • einen Campingkocher
    • eine Campingtoilette
  • Halten Sie eine Dokumentenmappe und Notgepäck bereit.
  • Denken Sie auch an Insektenschutzmittel, falls sich nach Rückgang des Hochwassers Mücken und andere Schädlinge im Haus verbreiten.
  • Räumen Sie die Kellerräume, in die Grundwasser eindringen kann oder die volllaufen können, aus.

Verhalten bei Hochwasser

  • Wenn das Hochwasser naht, prüfen Sie zunächst, ob Ihre Vorsorgemaßnahmen ausreichen.
  • Überprüfen Sie Rückstauklappen im Keller bevor das Wasser gestiegen ist. Halten Sie sich während des Hochwassers nicht im Keller auf (Lebensgefahr!).
  • Dichten Sie Fenster und Türen sowie Abflussöffnungen ab.
  • Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr. Schalten Sie den Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherung raus).
  • Fahren Sie Ihr Auto rechtzeitig aus gefährdeten Garagen oder von Parkplätzen (Tiefgaragen können bei Hochwassergefahr zu tödlichen Fallen werden). Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen (Wasser im Motorraum kann viele Schäden verursachen). Lassen Sie daher Ihr Fahrzeug abschleppen, sofern es bis über die Räder im Wasser steht.

  • Helfen Sie anderen, bringen Sie sich aber nicht selbst in Gefahr. Bringen Sie Kinder vor Eintritt der Gefahr aus dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit.

  • Fahren Sie nicht in überflutenden Gebieten mit Booten oder anderen Fahrzeugen unnötig herum (Wellenbildung und Gefahr von Unterwasserhindernissen).

  • Betreten Sie keine Uferbereiche (Gefahr von Unterspülungen oder Abbrüchen). Überflutete oder teilüberflutete Straßen dürfen nicht befahren werden. Beachten Sie Anweisungen und Absperrungen der Einsatzkräfte.

Verhalten nach dem Hochwasser

  • Beginnen Sie erst mit Abpumparbeiten im Haus, wenn Sie sicher sind, dass der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Vorsicht: Sie beschädigen ansonsten die Bodenwanne des Hauses. Bitte achten Sie auf Informationen der Gemeinde.
  • Machen Sie eine Bestandsaufnahme und fotografieren Sie die Schäden für die Versicherung.
  • Räumen Sie Wasserreste und Schlamm aus dem Haus.
  • Trocknen Sie die Räume so schnell es geht, um Bauschäden oder Schimmel zu vermeiden. Nutzen Sie Heizgeräte für das Trocknen. Sie können gemietet oder ausgeliehen werden.
  • Lassen Sie die Elektrik, Heizöltanks und in besonderen Fällen die Baustatik vom Fachleuten überprüfen.
  • Wenn Schadstoffe wie Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel, Benzin, Öl et cetera freigesetzt wurden, rufen Sie die Feuerwehr.
  • Schmutzige, kaputte Möbel und verdorbene Lebensmittel gehören nicht einfach in den Hausmüll, sondern müssen fachgerecht entsorgt werden.
  • Essen Sie kein Obst, Gemüse und Salat aus überschwemmten Gebieten. Verständigen Sie bei mit Schadstoffen (zum Beispiel Öl) verunreinigten Gärten oder Feldern das Landratsamt oder das Amt für Landwirtschaft.

Weitere Informationen auch auf der Seite: Hochwasservorsorge


Feuer

Zwei Feuerwehrmänner im Einsatz.

Vorsorge

  • Lassen Sie offenes Licht, wie Kerzen oder Feuer, nie unbeaufsichtigt.
  • Entfernen Sie im Keller leicht brennbares Material.
  • Entrümpeln Sie regelmäßig den Dachboden und entfernen Sie besonders brennbares Material aus den Ecken und Dachschrägen.
  • Achten Sie darauf, dass die elektrischen Geräte und Anlagen im Haus in Ordnung sind. Tauschen Sie defekte Geräte und alte Steckdosenleisten aus.
  • Achten Sie bei Mehrfachsteckdosen darauf, niemals mehrere Leisten hintereinander zu schalten. Die Maximalleistung der Mehrfachsteckdose darf nicht überschritten werden. Steckdosenleiste nicht abdecken oder "verstecken", zum Beispiel hinter Möbeln - hier kann sich sonst entstehende Wärme leichter anstauen. Und keine Steckdosenleisten in feuchten Räumen oder im Freien verwenden, wenn sie nicht explizit dafür zugelassen sind.
  • Bringen Sie Rauchmelder an, immer waagerecht am höchsten Punkt der Zimmerdecke, da Rauch nach oben steigt. Beachten Sie bei der Anbringung unbedingt die Hinweise des Herstellers (Rauchmelder gehören in alle Räume, außer Küche und Bad, da dort Wasserdampf Fehlalarme erzeugen kann).
  • Zur guten Vorbereitung zählt auch, passende Löschgeräte für verschiedene Brandklassen im Notfall griffbereit zu haben: Löschgeräte wie Feuerlöscher und Feuerlöschspray gehören in jedes Unternehmen und am besten auch in jeden privaten Haushalt.

Verhalten bei einem Brand

  • In der Entstehungsphase des Brandes: Versuchen Sie sofort den Brandherd „im Keim“ zu ersticken. Unternehmen Sie nur dann Löschversuche, wenn keine Gefahr für Sie besteht!
    • Brennendes Fett oder andere flüssige Brennstoffe nie mit Wasser löschen (Lebensgefahr!)!
    • Wenn es ohne eigene Gefährdung möglich ist, stellen Sie die Energiequelle ab oder nehmen Sie die Pfanne von der Kochplatte. Legen Sie einen Deckel auf die Pfanne, um das Feuer zu ersticken. Verwenden Sie nur spezielle Feuerlöscher, die für Fettbrände geeignet sind (Brandklasse F).
    • Schalten Sie elektrischen Strom vor Löschbeginn im Gefahrenbereich ab! Es besteht Stromschlag-Gefahr!
    • Löschen Sie immer von unten nach oben und von der Seite zur Mitte hin!
  • Betreten Sie niemals verqualmte Räume! Dort bilden sich giftige Brandgase. Sollten Sie sich in einem verqualmten Raum befinden, so bewegen Sie sich kriechend auf dem Boden vorwärts. Schließen Sie die Tür von außen und alarmieren Sie die Feuerwehr 112.
  • Wenn ein Löschversuch nicht möglich ist, schließen Sie die Fenster des Raumes, sofern das ohne eigene Gefährdung möglich ist. Wenn nicht, verlassen Sie sofort den Raum. Schließen Sie die Tür des Raumes, in dem es brennt. Hierdurch wird dem Feuer Sauerstoff entzogen.

  • Rufen Sie die Feuerwehr 112!

  • Warnen Sie andere Personen in der Wohnung oder im Haus! Bringen Sie sich und andere in Sicherheit.

  • Wenn Sie Ihr Notgepäck vorbereitet und griffbereit haben, nehmen Sie es mit. Bringen Sie sich jedoch unter keinen Umständen in Gefahr, indem Sie versuchen, Gegenstände vor den Flammen zu retten! Die Sicherheit von Personen geht immer vor!

  • Schließen Sie alle Türen, aber schließen Sie nicht ab, um ein schnelles Absuchen zu unterstützen. Halten Sie die Schlüssel für Räume oder Fenster, die sich nur mit Schlüssel öffnen lassen, für die Einsatzkräfte bereit.

  • Prüfen Sie nach Verlassen des Gebäudes, ob wirklich alle Personen aus der Wohnung oder dem Haus in Sicherheit sind. Bei einer vermissten Person muss die Feuerwehr immer davon ausgehen, dass sich diese noch im Gebäude und somit in Gefahr befindet.

  • Feuerwehr erwarten und einweisen: Beschreiben Sie der Feuerwehr die Räumlichkeiten, Personen in Gefahr oder Gegenstände, die explodieren können.

Verhalten nach einem Brand

  • Betreten Sie Gebäude, in denen es gebrannt hat, erst, wenn sie durch die Feuerwehr freigegeben wurden. Es könnte Einsturzgefahr bestehen.
  • Wenn das Gebäude freigegeben ist, machen Sie eine Bestandsaufnahme: Was wurde zerstört? Fotografieren Sie Schäden als Beleg für Ihre Versicherung.


Freisetzung von Gefahrenstoffen

Zwei Personen in Schutzanzügen.

Gefahrstoffe werden in chemische (C), biologische (B), radiologische (R) und nukleare (N) Gefahrstoffe unterschieden. Zusammengefasst werden sie als CBRN-Gefahrstoffe bezeichnet. CBRN-Gefahrstoffe können gas- oder dampfförmig, als Aerosole, flüssig oder fest auftreten.

Verhalten im Haus

  • Bleiben Sie im Gebäude. Schließen Sie Fenster und Türen.
  • Informieren Sie – falls erforderlich – andere Hausbewohner. Nehmen Sie gefährdete Passanten vorübergehend auf.
  • Schalten Sie Ventilatoren und Klimaanlagen aus, schließen Sie die Lüftungsschlitze der Fensterrahmen.
  • Suchen Sie einen geschützten Innenraum der Wohnung auf, der möglichst keine Außenfenster hat.
  • Im Falle einer Freisetzung radioaktiver Stoffe suchen Sie vorzugsweise einen Kellerraum auf.
  • Vermeiden Sie unnötigen Sauerstoffverbrauch durch Kerzen oder Ähnliches.
  • Schalten Sie zu Ihrer Information das Radio (UKW, Regionalsender) oder das Fernsehgerät ein.
  • Beachten Sie die Durchsagen der Behörden und Einsatzkräfte.
  • Telefonieren Sie nur in Notfällen.
  • Benutzen Sie beim Eindringen von Gefahrstoffen vorhandene Atemschutzgeräte, notfalls einen improvisierten Mundschutz (OP-Masken, Tücher ...).
  • Warten Sie auf Entwarnung, bevor Sie das Gebäude verlassen oder Fenster öffnen. Verfolgen Sie dazu Meldungen im Radio, Internet oder über die Warn-App NINA.

Verhalten unterwegs im Freien oder Auto

  • Achten Sie auf Durchsagen von Polizei oder Feuerwehr.
  • Bewegen Sie sich möglichst quer zur Windrichtung, atmen Sie möglichst durch einen Atemschutz, zumindest durch ein Taschentuch.
  • Suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude auf.
  • Wenn Sie bereits mit Gefahrstoffen in Berührung gekommen sind, wechseln Sie beim Betreten des Gebäudes Oberbekleidung und Schuhe. Verpacken Sie verschmutzte Oberbekleidung und Schuhe in Plastikbeuteln und platzieren Sie diese außerhalb des Wohnbereichs, sofern möglich vor dem Gebäude.
  • Waschen Sie sich zuerst gründlich die Hände, dann Gesicht und Haare, ebenso Nase und Ohren mit Wasser und Seife.
  • Im Falle der Freisetzung biologischer Stoffe ist zusätzlich eine Händedesinfektion zu empfehlen.
  • Schalten Sie im Auto die Belüftung aus und schließen Sie die Fenster. Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender) und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte. Suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude auf, wenn die Behörden und Einsatzkräfte keine gegenteilige Anweisung erteilen. Erbitten Sie Einlass und beachten Sie dort die Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden.


Hitze und Dürre

Ausgetrockneter Boden

Vorsorge

  • Sorgen Sie für einen ausreichenden Getränkevorrat. Gute Durstlöscher sind Mineralwasser (auch gegen den Mineralverlust durch Schwitzen), verdünnte Säfte und Kräuter- oder Früchtetee – kühl (nicht eiskalt!) oder lauwarm helfen sie dem Körper, mit der Hitze umzugehen. Alkohol- oder koffeinhaltige Getränke besser meiden, da diese den Kreislauf zusätzlich belasten.
  • Machen Sie Ihr Zuhause hitzefest. Dunkeln Sie Ihre Räume ab und sorgen Sie für Schattenplätze auf Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse.
  • Wenn Sie auf Medikamente angewiesen sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt! Eventuell ist eine Anpassung der Dosierung bei Hitze sinnvoll.

Verhalten bei Hitze und Dürre

  • Tragen Sie weite, leichte und helle Kleidung und bei Aufenthalt im Freien eine Kopfbedeckung.
  • Trinken Sie viel! Mindestens eineinhalb bis zwei Liter pro Tag. Schaffen Sie kleine Erinnerungshilfen (zum Beispiel ein volles Glas griffbereit in Sichtweite stellen).
  • Gemüse, Salate und wasserreiches Obst sind bei Hitze ideal. Salzhaltige Lebensmittel helfen, den Mineralverlust auszugleichen. Vermeiden Sie schwer verdauliche und fettreiche Gerichte, da diese den Körper zusätzlich belasten.
  • Zuhause:
    • Lüften Sie bevorzugt zu kühleren Tageszeiten, zum Beispiel am frühen Morgen.
    • Dunkeln Sie geschlossene Fenster ab.
    • Verwenden Sie zum Abkühlen kalte Fußbäder, Sprühflaschen mit Wasser (regelmäßig reinigen, um Verkeimungen zu vermeiden) oder kühlende Körperlotionen. Handgelenke und Unterarme unter kaltes Wasser halten wirkt auch lindernd.

    • Lauwarm Duschen! Kalte Duschen erschweren dem Körper die Wärmeabgabe. Für Kinder eignen sich Planschbecken oder andere Wasserspiele.

    • Auch nachts nur leichte Bekleidung und leichte Bettwäsche verwenden, um einen Hitzestau zu vermeiden.

  • Unterwegs:
    • Sonnenschutzmittel nicht vergessen! Verwenden Sie Mittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 20, für Kleinkinder Lichtschutzfaktor 30. Bei längerem Aufenthalt im Freien regelmäßig nachcremen.
    • Kopfbedeckung nicht vergessen! Auch Sonnenschirme können hilfreich sein. Pralle Sonne wenn möglich meiden, Schatten bevorzugen.
    • Körperliche Betätigungen wie Einkaufen, Spaziergänge und Sport möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden legen.
    • Auf keinen Fall Menschen oder Tiere allein im heißen Auto zurücklassen. Die Temperaturen in einem abgestellten Auto steigen sehr schnell deutlich über Außentemperatur-Niveau (Lebensgefahr!).
  • Bei anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen steigt das Waldbrandrisiko schnell an. Deshalb werfen Sie keine Zigaretten oder andere brennende Gegenstände in die Natur – erst recht nicht aus dem Fahrzeug! Schnell kommt es zu einem Böschungsbrand an Autobahnen und anderen Straßen.
  • Lassen Sie niemals Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen auf trockenen Feldern oder Wiesen stehen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Vegetation daran entzündet.
  • Grillen Sie in der Natur nur auf dafür ausgewiesenen Plätzen. Respektieren Sie Verbote zum Beispiel in Waldbrand gefährdeten Gebieten.
  • Melden Sie Brände oder Rauchentwicklungen sofort über Notruf 112. Hindern Sie Entstehungsbrände durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.


Erdbeben

Großer Riss in der Straße.

Erdbeben gehören wegen ihres plötzlichen Auftretens und der in kürzester Zeit entstehenden Zerstörungen zu den unheimlichsten Naturgefahren, denen sich der Mensch ausgesetzt sieht. Deutschland ist zwar kein klassisches Erdbebenland, Baden-Württemberg gehört jedoch - zusammen mit Nordrhein-Westfalen zu den flächenmäßig am stärksten von Erdbeben betroffenen Ländern. Das Risiko starker Beben ist dabei im Landkreis Lörrach auf Grund des Oberrheingrabens mit am höchsten.

Vorsorge

  • Informieren Sie sich über die Anforderung an die Erdbebensicherheit von Gebäuden (für Neu- und Bestandsbau). Achten Sie auf kompakte Baukörper mit symmetrischen Grundrissen.
  • Achten Sie darauf, dass ein Gebäude gut ausgesteift ist (zum Beispiel Stahlbetonwände). Wände, die aus Mauerwerk bestehen, können Sie nachträglich aussteifen. Legen Sie Decken als durchgehende Wandscheibe (Betonplatte) aus. Achten Sie auf Festigkeit und Verformbarkeit des Tragwerks.
  • Sichern Sie umsturzgefährdete Möbelstücke wie etwa Schränke mit Dübeln oder Winkeln. Stellen Sie schwere Gegenstände und Gläser nicht in die oberen Regalbereiche.
  • Stellen Sie weder Möbel noch andere Gegenstände in Treppenhäuser und Flure.
  • Achten Sie darauf, stets für einen möglichen Stromausfall gewappnet zu sein und ein batteriebetriebenes Radio und eine Taschenlampe in Reichweite zu haben.
  • Halten Sie Notfallgepäck bereit, falls es zu Evakuierungen kommt.
  • Informieren Sie sich über Fluchtwege und Notausgänge

Verhalten während eines Erdbebens

  • Bleiben Sie im Gebäude. Sie können durch herabfallende Gegenstände verletzt werden.
  • Halten Sie sich von Fenstern und Glastüren fern (Verletzungsgefahr durch Glassplitter!).
  • Suchen Sie Schutz zum Beispiel unter einer Türzarge oder einem Tisch.
  • Meiden Sie Fahrstühle.
  • Wenn Sie sich im Freien befinden, meiden Sie die Nähe von Bauwerken.

Verhalten nach einem Erdbeben

  • Denken Sie an die Gefahr von Nachbeben.
  • Sobald Sie schwere Bauschäden erkennen, verlassen Sie umgehend das Gebäude, und betreten Sie es erst wieder, wenn ein Sachverständiger dies für unbedenklich hält.
  • Stellen Sie bei Schäden an Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom) diese ab.
  • Helfen Sie verwundeten oder verschütteten Menschen und leisten Sie Erste Hilfe.
  • Wählen Sie bei Verletzungen, Bränden oder Wasserschäden den Notruf der Feuerwehr (112). Halten Sie das Gespräch kurz.


Schneekatastrophen

Äste voller Schnee können unter Umständen brechen.

Verhalten bei starkem Schneefall und Glätte

  • Beachten Sie Wetterwarnungen vor starkem Schneefall und Glätte. Wenn es Ihnen möglich ist, bleiben Sie zu Hause - ideal ist ein Vorrat an Lebensmitteln und Getränken, damit Sie auf Einkäufe verzichten können.
  • Starker Schneefall und Glätte kann für alle Verkehrsteilnehmer - Fußgänger, Autofahrer oder Radfahrer - gefährlich werden. Seien Sie vorsichtig, um Unfälle und Stürze zu vermeiden. Wenn Sie Zeuge von Unfällen oder Stürzen mit Verletzten werden, leisten Sie Erste Hilfe und verständigen Sie den Notruf!

  • Vorsicht, Gefahr von oben: Unter Umständen können sich von Hausdächern Schneelawinen lösen und herunterstürzen. Oft hängen auch Eiszapfen an den Regenrinnen, die abbrechen und Sie verletzen können. Halten Sie sich daher in sicherer Entfernung von geneigten Dachflächen auf.

  • Warnen Sie gegebenenfalls Ihre Kinder: Wenn der Schnee eisig und hart wird, kann es unter anderem zu Schnittverletzungen an den Händen kommen. Auch ungünstige Treffer mit harten Schneebällen bei einer Schneeballschlacht können zu ernsten Verletzungen führen.

  • Betreten Sie nur freigegebene Eisflächen, das Betreten anderer Eisflächen ist lebensgefährlich.

  • Durch starke Schneefälle können Äste und Baumkronen abbrechen. Teilweise stürzen sie zu Boden, teilweise hängen sie noch in den Bäumen. Durch heftigen Wind können daher lose Äste vom Baum geschüttelt werden und herabstürzen. Meiden Sie daher im Zweifel Waldspaziergänge.


Explosion

Symbolbild Explosion - Steinhaufen

Vorsorge

  • Informieren Sie sich dort, wo Sie sich aufhalten, über Notausgänge und Fluchtwege.
  • Frischen Sie regelmäßig Ihre Erste ­Hilfe­ Kenntnisse auf.
  • Halten Sie Ihr Mobiltelefon stets einsatzfähig, also voll aufgeladen.

Verhalten nach einer Explosion

  • Bewahren Sie Ruhe!
  • Wenn Sie eine Gefahrensituation erkennen, informieren Sie die Polizei unter 110.
  • Retten Sie Personen aus der unmittelbaren Gefahrenzone, sofern dies ohne Gefahr für Sie selbst möglich ist. Machen Sie Einsatzkräfte auf Verletzte aufmerksam.
  • Falls Sie sich in dem betroffenen Gebäude befinden, verlassen Sie dieses auf dem schnellstmöglichen Weg. Benutzen Sie bei einem mehrstöckigen Gebäude die Treppen, nicht den Aufzug. Helfen Sie Anderen beim Verlas­sen des Gebäudes, ohne sich dabei selbst zu gefährden.
  • Sollten Sie durch Trümmer eingeschlossen sein, versuchen Sie durch Klopfzeichen oder Stimme auf sich aufmerksam zu machen.
  • Ziehen Sie Verschüttete nie einfach zwischen Trümmern hervor, sie könnten eingeklemmt sein. Stahl, Rohre oder andere Gegenstände könnten den Körper durchdrungen haben. Entfernen Sie diese nicht! Bewegen Sie Verletzte möglichst schonend und nur, wenn unbedingt erforderlich.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zu dem beschädigten Gebäude, entfernen Sie sich vom Trümmerbereich und den Staubwolken (Faustformel für eine sichere Entfernung: ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Haushöhe). Es besteht die Gefahr, dass noch weitere Bauteile einstürzen.

  • Achten Sie auf Anzeichen von zusätzlichen Gefahren, zum Beispiel auf (offene) elektrische Leitungen, vor allem im Zusammenhang mit geborstenen Wasserleitungen, auf den Geruch von ausströmendem Gas oder ein verdächtiges Zischen. Benutzen Sie keine Streich­hölzer oder Feuerzeuge – es könnten Gasleitungen zerstört sein. Brände können entstehen. Entfernen Sie sich unverzüglich!

  • Nach einem Sprengstoffanschlag können weitere, noch nicht explodierte Spreng­vorrichtungen vorhanden sein. Berühren Sie keine Gegenstände, die Ihnen verdächtig vorkommen. Verlassen Sie umgehend den Bereich, in dem diese verdächtigen Gegen­stände liegen. Teilen Sie den Fundort den Einsatzkräften mit.

  • Betreten Sie niemals verqualmte Räume – Brandgase sind tödlich! Unternehmen Sie gegebenenfalls einen Löschversuch, falls das ohne Selbstgefährdung möglich ist.

Kurzfilm: Wie funktioniert das Modulare Warnsystem?