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Stadtmitteilung

Fertighaus mit Marderschutz
Niströhren für Steinkäuze in Herten aufgehängt


Herbert Bächle, Gernot Wendt und Marisa Molinari Das Auftreten von mindestens zwei Steinkäuze, wenn nicht sogar von dreien, ist gesichert. Die Rückkehr dieser in den 1980ern am Hochrhein ausgestorbenen Eulenart ist eine kleine Sensation. Die Bestände bei Lörrach, im Sundgau und Elsass konnten durch nur das trinationale Obstwiesenprogramm und Artenförderungsprogramm Steinkauz seit dem Jahr 2000 gesichert werden. „Das ist ein spannendes Thema, an dem wir hier seit knapp zwei Jahren dran sind“, so Marisa Molinari, Projektkoordinatorin beim TRUZ zum aktuellen Engagement in Rheinfelden. „Mit dem Projekt wollen wir auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern. leider konnten unsere Schweizer Kollegen vom SVS / BirdLife Schweiz heute nicht kommen.“

Marisa Molinari zeigt die Spuren einer erfolglosen Marderattacke auf eine alten Niströhre. Im Rahmen der Entente Florale und des Interreg-Projekts „Grenzüberschreitende Naturkorridore“ wurden nun bei Herten und Wyhlen 15 Niströhren von acht freiwilligen Helfern aus Deutschland und Frankreich aufgehängt. Die Niströhren sind auch mit einem Marderschutz versehen, so dass dieser Räuber nicht an die Brut des Steinkauzes heran kommen kann. Von den drei bis fünf Jungen überleben im Schnitt nur 20 Prozent. „Diese Nistkästen sind praktisch ein Fertighaus mit Marderschutz für Steinkäuze“, so Herbert Bächle von der Stadtplanungs- und Umweltabteilung. Die Finanzierung der 120 Euro teuren Niströhren erfolgt durch die Stadt Rheinfelden, die Gemeinde Grenzach-Wyhlen und den BUND und wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Helfer hängen eine Niströhre auf. Die Steinkäuze brauchen als Lebensraum ein Mosaik an zeitlich versetzt gemähten Wiesen, da die kleinen Eulen Kleintiere am Boden jagen und sich teilweise auch selbst am Boden bewegen. Zwischen den einzelnen Nistkästen muss ein Abstand von 300 bis 500 Meter liegen, damit es nicht zu Revierstreitigkeiten kommt. Und auch die Entfernung zum Waldrand muss beachtet werden, da der größere Waldkauz Jagd auf den Steinkauz macht. Die Weiterverbreitung des Steinkauzes dauert allerdings recht lange, da die Vögel ortstreu sind und nur weiterziehen, wenn der Lebensraum zu eng wird. Die Schweizer Gemeinden haben sich schon darauf vorbereitet, dass der Steinkauz den Fluss überqueren wird.

Fotograf Karlheinz Erz konnte bei Binzen drei Steinkauzjunge fotografieren. Die Ortsgruppen von Nabu und BUND übernehmen die Betreuung und Pflege der Niströhren bei Herten künftig ehrenamtlich. „In Wyhlen hatten wir früher noch eine Population, aber die letzten Bruten sind mindestens zehn Jahre her“, so Uwe Fränkle vom Nabu Grenzach-Wyhlen. „Wir starten jetzt hier den Versuch, eine neue Population aufzubauen.“ Initiator zu diesem Projekt war Gernot Wendt vom Nabu Grenzach-Wyhlen. Neben den Steinkauzniströhren werden auch Ersatzröhren für andere Vögel wie Feldsperling, Star und Gartenrotschwanz aufgehängt, damit diese dem Steinkauz nicht die Niströhre streitig machen.
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