Wettbewerbsverfahren in der Stadtplanung helfen, Entscheidungsprozesse zu optimieren und die Qualität von Planungsvorhaben zu steigern.
Dem Auslobenden oder Bauverantwortlichen zeigen sie alternative Lösungsmöglichkeiten zu kostengünstigen Konditionen auf und unterstützen fundierte Entscheidungen für die weitere Projektentwicklung.
Stadt und Wohnbau, die Eigentümerinnen des ehemaligen Krankenhausareals, setzen bei der Entwicklung der Fläche "Am Nollinger Berg" auf das Ergebnis einer Mehrfachbeauftragung - mit dem Ziel einer soliden Grundlage für die Planung eines neuen Wohnquartiers.
Drei renommierte Büros – Astoc aus Köln und Karlsruhe, die Planergemeinschaft GJL+ Freie Architekten Grube Jakel Löffler Frenz Graf aus Karlsruhe sowie K9 Architekten aus Freiburg – haben hierzu im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung im Frühjahr 2026 Ideen für eine innovative städtebauliche Planung augearbeitet.
Eine interdisziplinär besetzte Jury - mit Experten aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur - favorisierte in einem anonymen Verfahren einstimmig die Entwürfe des Büros K9 Architekten aus Freiburg. An dem Auswahlprozess waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Wohnbau, der Stadt, der Fraktionen sowie des Nollinger Stadtteilbeirats beteiligt.
Der Entwurf des Büros K9 Architekten überzeugt durch eine klare städtebauliche Struktur und eine harmonische Einbindung in das bestehende Umfeld. Die Maßstäblichkeit der Bebauung schafft ein eigenständiges Quartier mit sieben gut proportionierten Wohnhöfen entlang zweier Ost-West-Achsen und einer zentralen Quartiersstraße. Die Quartiersmitte mit Kita und Café stärkt sinnvoll den öffentlichen Charakter.
Besonders positiv bewertet wird die Freiraumstruktur. Die zentrale grüne Mitte integriert die steile Hangkante, schafft einen Übergang zur offenen Landschaft und ist gut mit weiteren Grünräumen sowie dem angrenzenden Wald vernetzt. Auch die Anbindung an das übergeordnete Fuß- und Radwegenetz wird begrüßt.
Die Wohnhöfe reagieren flexibel auf die Topographie und ermöglichen durch unterschiedliche Gebäudetypologien vielfältige Wohnangebote sowie kleine Nachbarschaften. Die hohe Anpassungsfähigkeit des Wohnungsmixes und die insgesamt erwartete hohe Wohnqualität werden positiv hervorgehoben. Das durchgängige Satteldachmotiv stärkt zusätzlich die gestalterische Identität des Quartiers.
Kritisch gesehen werden jedoch starke Erdbewegungen in der mittleren Zone, sichtbare Tiefgaragenbereiche sowie die stark von Parkierung geprägten Sockelzonen. Auch die Dichte erscheint teilweise noch zu gering. Insgesamt wird der Entwurf dennoch als hervorragender Beitrag bewertet, der ein robustes Gerüst für eine qualitätsvolle Quartiersentwicklung bietet.
Insgesamt umfasst das Planungsgebiet rund 54.000 Quadratmeter. Davon gehören rund 30.000 Quadratmeter der Wohnbau (ehemaliges Krankenhausareal) und 24.000 Quadratmeter der Stadt (ehemaliges Schwesternwohnheim).
Geplant ist ein vielfältig strukturiertes Wohngebiet mit Geschosswohnungsbau, Mehrfamilienhäusern sowie Reihenhäusern. Die zulässige Grundflächenzahl orientiert sich am benachbarten Wohngebiet "Vogelsang" und liegt bei 0,3 bis 0,4 – also einer Bebauung von rund 30 bis 40 Prozent der Fläche.
Vom 21. Mai bis 12. Juni sind die Entwürfe und das Siegermodell im 1. Geschoss des Rathauses zu sehen. Am 28. Mai sowie am 10. und am 11. Juni finden jeweils um 17 Uhr öffentliche Führungen statt. (Am 10. Juni mit Vertreterinnen und Vertretern von K9.)
Eine weitere Bürgerbeteiligung findet im Rahmen der Bauleitplanung statt.
In der Schiller-Gemeinschaftsschule fehlt es an naturwissenschaftlichen Fachräumen und an der Gertrud-Luckner-Realschule an Kunst- und Musikräumen. Da ein Anbau an die bestehenden Gebäude in beiden Fällen schwierig ist, plant die Stadt im Bereich des Campus einen gemeinschaftlichen Erweiterungsbau.
Hierzu wurde im Februar 2024 eine beschränkte Ausschreibung durchgeführt. Neun Büros wurden angefragt, ein Angebot abzugeben und skizzenhafte Lösungsvorschläge einzureichen, acht Architekturbüros haben ihre Entwürfe präsentiert. Eine Auswahlkommission - bestehend aus den beiden Schulrektoren sowie der Stadtverwaltung – entschied sich für den Entwurf Spiecker Sautter Lauer Architekten aus Freiburg.
Die Stadt Rheinfelden (Baden) will im Stadtteil Herten das Baugebiet „Römern“ mit einer Größe von circa 5,5 Hektar entwickeln. Dazu wurde im Jahr 2022 ein Letter of Intent mit dem Projektträger Weisenburger Projekt GmbH (WP) abgeschlossen. Aufgrund der komplexen Rahmenbedingungen und um die bestmögliche städtebauliche und architektonische Lösung zu finden, wurde 2023 ein zweistufiger städtebaulicher Realisierungswettbewerb durchgeführt. Das Verfahren beinhaltete auch eine umfassende Einbindung der Bürgerschaft.
Angestrebt wurden innovative, flächensparende Wohnkonzepte abseits der üblichen Bebauungsstrukturen mit hoher Wohnqualität. Kern der Planungsaufgabe war es, einen städtebaulichen Masterplan für das Gesamtgebiet zu entwickeln, welcher stufenweise umgesetzt werden kann. Als Sieger ging das Architekturbüro aus Karlsruhe ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS hervor.
Um den südlichen Stadteingang von der alten Rheinbrücke her städtebaulich aufzuwerten, hat die Stadt Rheinfelden (Baden) im Januar 2020 einen Architektenwettbewerb für den Zollpavillon und das dazugehörige Areal ausgeschrieben.
Einstimmig entschied sich die Jury dabei für den gemeinsamen Entwurf der Büros Schaudt Architekten aus Konstanz und w+p Landschaften aus Berlin, der - im Gegensatz zu den anderen eingereichten Entwürfen - die geforderten Nutzungen – Zoll und Gastronomie – in einem Gebäude integriert.
Der Siegerentwurf sieht ein zweigeschossiges Holzgebäude mit "kraftvollem Satteldach" vor. Im zur Straße gewandten Teil des Gebäudes ist der Zoll mit gutem Blick auf die alte Rheinbrücke und die Rheinbrückstraße untergebracht. Dahinter schließen sich der Raum für die Gastronomie und ein Biergarten an.