Bächle, Herbert
Stellvertretende Abteilungsleitung Stadtgrün und Umwelt
60 Stadtbauamt, 607 Stadtgrün und Umwelt +1 Weitere
Bei Bauvorhaben oder Nutzungsänderungen von Grundstücken ist gemäß Bundesbodenschutzgesetz stets auf Altlasten-Verdachtsflächen zu achten.
Diese Flächen werden hinsichtlich möglicher Schadstoffbelastungen geprüft und es sind gegebenenfalls Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.
Im Stadtgebiet von Rheinfelden (Baden) ist darüber hinaus eine unterschiedliche Dioxinbelastung der Böden zu berücksichtigen. Dioxinbelastungen resultieren aus historischen Industrieabfällen, vor allem aus der Chlor-Alkali-Elektrolyse, und können von Grundstück zu Grundstück stark variieren und teilweise auch bis in tiefere Bodenschichten reichen.
Altlasten sind gemäß Bundesbodenschutzgesetz alte Ablagerungen oder frühere Industrie- und Gewerbeflächen, von denen heute schädliche Veränderungen im Boden oder Gefahren für die Gesundheit von Menschen und die Umwelt ausgehen können.
Dies bedeutet, dass auf diesen Flächen Boden oder Grundwasser mit Schadstoffen belastet ist, sodass die gesetzlich geschützte Mindestqualität nicht mehr gegeben ist. Altlasten können aus vergangenen Nutzungen wie durch die Industrie, durch ehemalige Abfallablagerungen oder durch einen ungeregelten Umgang mit gefährlichen Stoffen resultieren.
Sie stellen eine potenzielle Gefahr dar, die eine Untersuchung, Bewertung und gegebenenfalls eine Sanierung erfordert, um die Gefahren für Mensch und Umwelt zu beseitigen oder zu minimieren.
In Baden-Württemberg werden seit Jahrzehnten in allen Kommunen die Altverdachtsflächen erhoben und von den Fachbehörden ausgewertet. Auch für Rheinfelden (Baden) besteht ein Altlastenkataster. Dort sind alle Altlastverdachtsflächen und alle Altlasten parzellenscharf dokumentiert. Dieses Kataster ist Grundlage für Bebauungspläne.
Bei Bauprojekten oder wenn ein Grundstück anders genutzt werden soll, müssen manchmal zusätzliche Untersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Wie genau, hängt davon ab, wie gefährlich mögliche Schadstoffe eingeschätzt werden.
In der Rheinfelder Innenstadt ist der Boden teilweise durch frühere Industrieanlagen mit Dioxin belastet. Diese Belastung kann sich aber von Grundstück zu Grundstück stark unterscheiden – manche Böden sind stärker betroffen, andere weniger.
Deshalb gelten bei allen Bauarbeiten – egal ob Hausbau, Garten anlegen, Hof pflastern oder Wege gestalten – besondere Vorschriften für den Umgang mit überschüssigem Boden.
Wichtig: Erde darf grundsätzlich nicht einfach vom Grundstück weggebracht oder entsorgt werden, ohne dass die zuständige Behörde das ausdrücklich erlaubt hat.
Im Auftrag des Landes Baden-Württemberg wurden in den 1990er Jahren umfangreiche Untersuchungen auf jedem zugänglichen und unversiegelten Grundstück in der Innenstadt durchgeführt.
Die Untersuchungsergebnisse wurden in einer Stadtbodenkartierung zusammengefasst und geben grundstücksgenaue Hinweise auf die jeweiligen Bodenbelastungen. Diese können von Grundstück zu Grundstück sehr unterschiedlich sein.
Die Abteilung Stadtgrün und Umwelt gibt ihnen bei Interesse gerne Auskunft.
Das Landratsamt Lörrach und die Stadt Rheinfelden (Baden) haben alle wichtigen Informationen in einem Merkblatt zusammengefasst. Ebenso gibt es eine Transport-Information der Abfallwirtschaft des Landkreises.
Der überwiegende Teil der Grundstücke in der Innenstadt hat keine allzu hohe Dioxinbelastung der Böden (40 bis 100 Nanogramm Internationale Toxizitätsäquivalente pro Kilogramm Boden). In diesem Belastungsbereich werden aus Vorsorgegründen gewisse gärtnerische Vorsichtsmaßnahmen empfohlen. Ein Bodenaustausch ist gesetzlich nicht erforderlich.
Auf einzelnen Grundstücken wurden hohe und sehr hohe Werte festgestellt (über 1.000 Nanogramm bis zu 30.000 Nanogramm Internationale Toxizitätsäquivalente pro Kilogramm Boden). Diese Flächen sind inzwischen im Wesentlichen bekannt und wurden zwischen 1996 und 2003 im Rahmen der Rheinfelder Dioxin-Sanierung saniert.
Die Dioxin-Sanierung umfasste 44 hoch belastete Grundstücke in Rheinfelden (Baden) und wurde mit Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg und des Landkreises Lörrach finanziert.
Zuständig für Bodenschutz und Altlasten ist das Landratsamt Lörrach.
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