Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine auffällig schwarz-weiß gemusterte Stechmückenart, die ursprünglich aus Südostasien stammt und heute als invasive Art auch in Europa und Deutschland anzutreffen ist. In Baden-Württemberg ist sie seit 2007, im Landkreis Lörrach seit 2017 und in der Stadt Rheinfelden (Baden) seit 2022 nachgewiesen. 

Die Tigermücke fällt durch ihr tagaktives und aggressives Stechverhalten auf und wird gerne in Kleingartenanlagen, auf Campingplätzen oder auch in städtischen Wohngebieten mit Gärten heimisch – im Grunde also überall dort, wo kleinere und größere, natürliche und künstliche Wasseransammlungen für eine Eiablage zur Verfügung stehen.

Die Mücke, die sich durch den internationalen Reiseverkehr und den Klimawandel immer mehr ausbreitet, kann potentiell verschiedene tropische und subtropische Viren wie Dengue-, Zika- oder Chikungunya übertragen. Das Ansteckungsrisiko in Deutschland wird derzeit zwar noch als gering eingestuft und bei einem Stich besteht meist kein Grund zur Sorge, doch die Gefahr nimmt mit steigenden Sommertemperaturen und milderen Wintern stetig zu.

Deshalb ist die Mithilfe der Bevölkerung bei der Bekämpfung der invasiven Mückenart von entscheidender Bedeutung! 

Bild einer Tigermücke: Auffällig sind die fünf weißen Ringe um die Hinterbeine sowie ein weißer Strich über Kopf und Rücken.
© James Gathany/CDC_wikimedia.org

Die Tigermücke ist auffällig schwarz-weiß gemustert. Charakteristisch sind fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen, das letzte Beinglied ist weiß, sowie ein weißer Streifen auf dem Kopf und Rücken. Die Flügel sind transparent ohne Musterung.

Zudem ist die Asiatische Tigermücke relativ klein, mit einer Größe von etwa 3 bis 8 Milimeter (kleiner als eine 1-Cent-Münze).

Da verwandte Mückenarten sehr ähnlich aussehen, ist es notwendig, etwaige Funde durch Spezialisten begutachten und über eine Bekämpfung entscheiden zu lassen.

Als Beleg für einen Fund dienen Fotos oder reale Exemplare.

Diese können Sie an die Stadt Rheinfelden (Baden), an Herrn Gerspach oder Frau Diewald, oder direkt an die Firma ICYBAC über report(at)icybac.de oder die Website https://tigermuecke-icybac.de melden.

In Rheinfelden (Baden) wurden schon Tigermücken in der Kernstadt, in Nollingen und Herten gesichtet. 

Eine Überblickskarte finden Sie hier. 

1. Verschaffen Sie sich in ihrem Garten, Hof, auf Ihrer Terrasse, Ihrem Balkon, oder ähnlichem einen Überblick über möglicherweise vorhandenen Brutstätten. 

Diese können sein:

  • Blumentöpfe ohne Ablauf, Blumentopfuntersetzer
  • Gullys und Ablaufrinnen
  • Verstopfte oder verbogene Dachrinnen, in denen Wasser stehen kann
  • Andere Gefäße, in denen Wasser stehen kann (etwa Pflanzschalen, Kinderspielzeug, et cetera)
  • Gießkannen
  • Regenfässer beziehungsweise Wassertonnen
  • Zisternen
  • Eimer
  • Alte Autoreifen
  • Zaunpfosten
  • Stangen im Garten, die innen hohl sind (zum Beispiel Sonnenschirmständer)

2. Entsorgen oder reinigen Sie befallene Behältnisse

Überlegen Sie, bei Befall, was Sie noch benötigen und ob vielleicht etwas entsorgt werden kann. Gegenstände, die entsorgt werden, müssen vorher behandelt werden, da sich an diesen noch intakte Eier vom letzten Jahr befinden können! Ansonsten droht eine Verschleppung der Eier auf andere Grundstücke oder Entsorgungseinrichtungen!

  • Reinigung kleinerer Behältnisse: Kleinere Behältnisse mit heißem Wasser ausspülen und/oder mit Wasser und Bürste (Wurzelbürste, Schrubber und Handschuhe) gründlich reinigen!
  • Reinigung größerer Gegenstände (etwa Zisternen oder Regenwassertonne): Größere Gegenstände mit wenig Wasser oder ungenutzt, ausleeren, mit heißem Wasser oder Bürste reinigen und sicher lagern (Umdrehen oder unter einem Dach im Schuppen oder im Keller aufbewahren) beziehungsweise verschließen (Wasser kann sich nicht mehr ansammeln). 
    Benötigte Regenwassertonnen und Zisternen mit Bti-Tabletten (ungiftig für Pflanzen, Menschen, Vögel und Haustiere) behandeln und mit Mosquitonetzen (Gaze) abdecken und mit Klebeband oder Schnur absichern.
  • Zaunpfosten, hohle Stangen und Regenschirmständer: Zaunpfosten, hohle Stangen und Regenschirmständer mit heißem Wasser ausspülen und wenn möglich ausbürsten. Mit Klebeband, Mosquitonetz oder Schutzkappen aus dem Baumarkt abdichten.
  • Gullys und Ablaufrinnen: Alle Abflüsse auf dem Grundstück (Gullys und Ablaufrinnen) mit heißem Wasser (80 bis 90 Grad Celsius) durchspülen und mit Bti-Tabletten behandeln.

Tipp: Alle Gegenstände können auch mit einem Hochdruckreiniger gereinigt werden. Wichtig hierbei: Das abfließende Wasser sollte natürlich abfließen (auf den Rasen, ins Blumenbeet oder Ähnliches) und nach Möglichkeit nicht in den Abfluss gelangen.

Tigermückenlarven sind meistens in künstlichen Gefäßen wie Blumentopf-Untersetzern, Regentonnen, Eimern oder alten Autoreifen zu finden. Die Larven sind dünn, wurmartig und bewegen sich ruckartig im Wasser. Sie besitzen keinen sichtbaren Kopf und hängen oft mit dem Hinterende an der Wasseroberfläche, um Luft zu holen. Die Farbe variiert von hell durchsichtig bis leicht bräunlich, wobei sie sich aktiv bewegen, wenn das Wasser gestört wird.

Bei einen akuten Tigermücken-Befall im Garten können Bürgerinnen und Bürger kostenlos im Rheinfelder Bürgerbüro so genannte B.t.i-Tabletten für die Bekämpfung der Brut im Wasser holen. 

Der biologische Eiweiß-Wirkstoff wird aus dem bodenlebendem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) gewonnen und wirkt spezifisch auf Larven von Stechmücken. Für andere Insekten, Tiere, Pflanzen oder den Menschen ist er unbedenklich. 

Eine B.t.i.-Tablette reicht für etwa 50 Liter Wasser und kann entweder direkt eingesetzt oder vorher in einer kleinen Menge Wasser aufgelöst und dann angewendet werden. B.t.i. ist biologisch abbaubar und wird nach einiger Zeit von der Sonneneinstrahlung und Mikroorganismen zersetzt. Die Wirkungsdauer beträgt circa zwei Wochen. 

Hinweis: B.t.i.-Tabletten sind zur direkten Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke vorgesehen. Deshalb können nur Anwohnerinnen und Anwohner, die in einem bestätigten Gebiet für die Asiatische Tigermücke leben, B.t.i.-Tabletten beziehen. 

Erfolgt keine Kontrolle oder Bekämpfung der Tigermücke, kann sich diese innerhalb einer Saison massiv ausbreiten. Jedes Tigermücken-Weibchen kann mehr als hundert Eier ablegen. Hat sich die Population einmal gefestigt, ist es weitaus schwieriger, sie wieder einzudämmen. Deshalb muss die Verbreitung bereits in den Anfängen bekämpft werden.

Die Bekämpfungsaktion in Rheinfelden (Baden) wird von der ICYBAC GmbH koordiniert, die Tigermückenkontrollen auch in anderen Städten und Gemeinden durchführt.

Die ICYBAC GmbH ist eine Unternehmenstochter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) e.V. und wird von Dr. Norbert Becker, Professor der medizinischen Entomologie an der Universität Heidelberg und Präsident der World Mosquito Control Association, wissenschaftliche geleitet.  

Weitere Informationen bieten unser Flyer "Die Asiatische Tigermücke in Rheinfelden" sowie das Merkblatt "Herbstmaßnahmen" und die Präsentation der Firma ICYBAC im Rheinfelder Gemeinderat vom 16. Mai 2024.  

Gerne für Sie da

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