Japankäfer

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein aus Ostasien stammender Käfer, der sich in den letzten Jahrzehnten zu einem ernsthaften Schädling in vielen Teilen der Welt entwickelt hat. Er wurde durch den internationalen Handel in Nordamerika und Europa eingeschleppt und breitet sich dort stetig weiter aus. In Deutschland wurden erste Einzelfunde 2024 vor allem in südlichen Regionen, darunter dem Landkreis Lörrach, registriert. 

Der Käfer ist besonders gefräßig und gilt auf Grund seiner breiten Nahrungspalette – er frisst über 300 Pflanzenarten, darunter Zierpflanzen, Obst, Gemüse und Nutzpflanzen – als eine erhebliche Bedrohung für Landwirtschaft, Gartenbau und Ökosysteme. 

Zwei Japankäfer sitzen auf einem zerfressenen Blatt.
© ziggy1_Canva

Japankäfer sind mit einer Länge von 0,8 bis 1,1 Zentimeter etwas kleiner als eine 1-Cent Münze.

Erkennungsmerkmale sind:

  • grün schimmernder Kopf und Halsschild
  • braune Flügeldecken
  • fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weiße Haarbüschel am Ende des Hinterleibs

Bei einem Japankäfer-Fund sollten folgende Schritte unternommen werden:

  • Den Käfer vorsichtig einfangen, zum Beispiel mit einem Glas, und ein Foto machen. Wenn möglich den Käfer bitte in einer Box oder einem Glas einfrieren. 
  • Den Fundort genau notieren und zusammen mit dem Foto und der Angabe von Kontaktmöglichkeiten online dem Landratsamt Lörrach oder alternativ dem Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg per Mail an Pflanzengesundheit-kaefer(at)ltz.bwl.de melden.

Wenn ein Befall bestätigt wird, werden in der Regel Befalls- und Pufferzonen um den Fundort eingerichtet, in denen bestimmte Maßnahmen gelten: Grünschnitt darf nur gehäckselt entsorgt werden, Bodentransporte sind zu vermeiden, und mechanisches Absammeln der Käfer hilft, die Population zu reduzieren. Auch biologische Bekämpfungsmethoden mit Nematoden gegen die Larven im Boden können eingesetzt werden.

Schäden durch den Japankäfer lassen sich an verschiedenen Pflanzenteilen erkennen. Erwachsene Japankäfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten vieler Pflanzenarten und verursachen dabei typische Fraßbilder.

Das auffälligste Symptom ist der sogenannte Skelettierfraß: Die Käfer fressen das weiche Blattgewebe zwischen den Blattadern heraus, sodass nur die Blattadern übrig bleiben und das Blatt ein skelettartiges Aussehen bekommt. Die Fraßspuren an Blüten und Früchten sind meist unregelmäßig, und häufig kann es zu Kahlfraß einzelner Pflanzenteile (die Japankäfer treten dabei auch in Gruppen auf) kommen, während benachbarte Pflanzen oft verschont bleiben. In vielen Fällen wird die Pflanze dabei von oben nach unten geschädigt. 

Weiterhin leben die Larven des Japankäfers im Boden und ernähren sich von Graswurzeln sowie Wurzeln anderer Pflanzen. Dadurch entstehen braune, abgestorbene Stellen im Rasen oder auf Wiesen, da die befallenen Gräser durch den Wurzelfraß absterben. Ein charakteristisches Merkmal für Larvenbefall ist, dass sich die Grasnarbe oft wie ein Teppich abheben lässt. 

Besonders gefährdet durch den Japankäfer sind mehr als 400 Pflanzenarten, darunter zahlreiche Landwirtschafts-, Garten- und Zierpflanzen:

  • Obstbäume: Apfel, Kirsche, Pfirsich, Birne, Pflaume, Aprikose
  • Beeren: Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Heidelbeere, Erdbeere
  • Weinreben und Hopfen
  • Gemüse: Mais, Sojabohne, Bohnen, Tomaten, Spargel, Rhabarber
  • Zierpflanzen: Rosen, Glyzinen (Blauregen), Hibiskus
  • Laubbäume: Ahorn, Linde, Ulme, Kastanie, Birke, Platane, Pappel, Weide, Hasel, Buche, Eiche

Die Larven richten zudem große Schäden an Rasen, Weiden und Wiesen an, da sie bevorzugt die Wurzeln von Gräsern sowie von Mais, Soja und anderen Pflanzen fressen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Landratsamts Lörrach oder beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. 

Gerne für Sie da

Mehr erfahren