Die Stadt Mouscron liegt im wallonischen Teil Belgiens an der Grenze zu Frankreich und ist Teil der Metropolregion Lille-Kortrijk-Tournai.
Die Landschaft um Mouscron ist geprägt durch eine Mischung aus städtischen Räumen, industrieller Vergangenheit und ländlichen Grünzonen an der Grenze zu Frankreich.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich im Jahr 1060. Die heutige Gemeinde ging 1977 aus dem Zusammenschluss der vier Orte Mouscron, Luingne, Herseaux (Herzeeuw) und Dottignies (Dottenijs) hervor und wurde erst 1986 offiziell zur Stadt erklärt.
Durch seine Lage war Mouscron lange Zeit ein Zentrum der flämischen Textilindustrie. Durch die Konkurrenz aus Asien wurde dieser Wirtschaftszweig als Haupteinnahmequelle aber auch hier nach und nach von zahlreichen neuen Wirtschaftsbranchen abgelöst.
Heute ist Mouscron eine lebendige Stadt mit französisch-belgischem Flair. Durch die Grenznähe zu Lille profitieren Wirtschaft und Kultur von der internationalen Lage.
Bekannt ist die junge Arbeiterstadt auch für ihr Folklore-Fest "Fête de Hurlu", das Anfang der 1970er Jahre ins Leben gerufen worden war und auf die Figur eines Rebellen im Kontext der Religionskriege des 16. Jahrhunderts zurück geht.
Für Bürgerinnen und Bürger aus Rheinfelden (Baden) stellt Mouscron jedes Jahr eine kostenlose Ferienwohnung für Aufenthalte von ein bis zwei Wochen zur Verfügung. Seit 2017 organisiert der Freundeskreis Mouscron zahlreiche Begegnungen und Aktivitäten.
Die Partnerschaft mit der belgischen Stadt Mouscron geht auf Oberbürgermeister Herbert King und seinen belgischen Amtskollege Jean-Pierre Detremmerie zurück.
Durch die Verschwisterung Mouscrons mit Barry (Vale of Glamorgan) seit 1958 und Fécamp seit 1969 bestanden bereits lange vor der offiziellen Verschwisterung mit Rheinfelden (Baden) gute freundschaftliche Kontakte zwischen den beiden Städten. Insbesondere die damaligen Oster- beziehungsweise Pfingstjugendspiele, die turnusmäßig abwechselnd in den vier Städten ausgetragen wurden, hatten daran einen großen Anteil. Daneben gab es aber auch bereits gegenseitige Schüleraustausche und Vereinsbesuche.
Im September 1980 schließlich lud der damalige Bürgermeister von Mouscron, Jean-Pierre Detremmerie, in einem Schreiben vom 1. September Oberbürgermeister Herbert King zum Osterwochenende 1981 nach Mouscron ein, um die Verschwisterung zwischen Mouscron und Rheinfelden offiziell zu machen. "Eine positive Antwort" wäre ihm "sehr angenehm", betonte er dabei in dem kurzen, auf deutsch verfassten Schriftstück.
Oberbürgermeister Herbert King informierte den Gemeinderat erstmals in der Sitzung vom 11. September 1980 über den Verschwisterungswunsch aus Belgien und verwies die Angelegenheit zunächst an den Hauptausschuss. Dieser gab dem Vorschlag der Stadt Mouscron am 7. Oktober 1980 grünes Licht und empfahl dem Gemeinderat, eine Verschwisterung einzugehen. Herbert King hatte dabei hervorgehoben, dass mit der Verschwisterung "lediglich Freundschaft in eine andere Stufe umgewandelt" würde.
In der Sitzung vom 23. Oktober schließlich stimmte auch der Gemeiderat der Städtepartnerschaft mit Mouscron und der Unterzeichnung einer Verschwisterungsurkunde zu Ostern 1981 zu, nachdem die vorsichtigen Stimmen aus der CDU-Fraktion nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung zum Einlenken "im Sinne des Europa-Gedankens" bewegt werden konnten.
Die Urkunde der Partnerschaft wurde schließlich am 19. April 1981 in Mouscron bei einer feierlichen Zeremonie von beiden Bürgermeistern unterzeichnet. Gleichzeitig fanden in Mouscron auch die Osterjugendspiele der Partnerstädte statt, so dass auch die Amtskolleginnen und -kollegen aus Fécamp und Barry (Vale of Glamorgan) bei der Verschwisterungsfeier anwesend waren.
Historische Aufnahme: Bürgermeister Jean-Pierre Detremmerie (links) und Oberbürgermeister Herbert King (rechts) bei den Feierlichkeiten anlässlich der Vertragsunterzeichnung 1981.