Öffentliche Defibrillatoren

In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 100 000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Zum Unterbrechen von Kammerflimmern und anderen lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen eignen sich Elektroschocks.

Deshalb gibt es in Rheinfelden (Baden) und den Ortsteilen zur Ersten Hilfe verschiedene externe Defibrillatoren an öffentlichen Plätzen und Gebäuden.

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Fragen zum Thema

Schnelle Defibrillation ist entscheidend, weil bei einem Herzstillstand jede Sekunde zählt:

  • Mit jeder verstrichenen Minute ohne Schock sinkt die Überlebenschance um etwa 7 bis 10 Prozent.
  • Nach 5 Minuten besteht oft schon akute Lebensgefahr durch Sauerstoffmangel im Gehirn.
  • Ein früher Schock kann das chaotische Kammerflimmern beenden und das Herz wieder in einen normalen Rhythmus bringen.

  • Bei Herzstillstand mit abnormer Herzaktion (Kammerflimmern, Kammerflattern, pulslose ventrikuläre Tachykardie), da hier die elektrische Aktivität des Herzens gestört ist und durch die Defibrillation wiederhergestellt werden kann.
  • Wenn die Person keine oder nur sehr flache Atmung hat und auf Ansprache nicht reagiert, ist ein sofortiger Einsatz lebensrettend.
  • Der Defibrillator prüft selbstständig, ob ein Elektroschock erforderlich ist. Ist keine schockbare Herzrhythmusstörung vorhanden, bleibt der Schock aus und die Herzdruckmassage wird weiter empfohlen.

Ein Defibrillator funktioniert grundsätzlich so, dass er das Herz mit einem kurzen, kontrollierten Stromstoß dazu bringt, wieder normal zu schlagen, wenn es zum Beispiel bei einem Kammerflimmern oder Kammerflattern aus dem Rhythmus geraten ist.

Ein Defibrillator (AED) ist im Notfall leicht zu bedienen: Über eine eingebaute Sprachfunktion gibt er an, welche Handgriffe in welcher Reihenfolge zu tun sind. Je nach Modell helfen dabei zusätzlich ein kleiner Bildschirm oder aufgedruckte Zeichnungen. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren.

Schritte zur Bedienung:

  • AED einschalten: Der Defibrillator wird eingeschaltet, entweder durch Drücken eines Schalters oder das Öffnen des Geräts. Danach gibt das Gerät automatisch klare Sprachanweisungen, wie weiter vorzugehen ist.​
  • Elektroden aufkleben: Die zwei mitgelieferten Klebeelektroden werden auf die trockene, entblößte Brust des Patienten geklebt. Ein Elektroden-Pad kommt rechts oben unter das Schlüsselbein, das andere links seitlich unter der Achselhöhle. Haare werden bei Bedarf vorab entfernt, um guten Hautkontakt zu gewährleisten.​
  • Analyse durch AED: Das Gerät analysiert den Herzrhythmus. Dabei darf der Patient nicht berührt werden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Der AED entscheidet automatisch, ob ein Schock notwendig ist.​
    • Schock auslösen: Bei halbautomatischen AEDs muss der Helfer die Schocktaste drücken, wenn das Gerät dies anzeigt.
    • Schock auslösen: Bei vollautomatischen AEDs erfolgt der Schock automatisch. Währenddessen sollte niemand den Patienten berühren.​
  • Nach dem Schock (oder wenn kein Schock ausgelöst wird) fordert der AED zur Wiederaufnahme der Herzdruckmassage auf. Diese sollte so lange fortgesetzt werden, bis professionelle Hilfe eintrifft oder der Patient wieder normal atmet.​
  • Gerät folgt weiteren Zyklen: Der AED analysiert alle 2 Minuten erneut und gibt bei Bedarf weitere Schocks ab. Währenddessen bleiben die Elektroden am Patienten.

  • Bei komplett nassem Körper, nassen Haaren oder Kleidung oder auf nassem/leitfähigem Untergrund (Metall, Wasser) sollte kein Defibrillator verwendet werden, da Strom gefährlich abgeleitet werden kann. In diesem Fall bitte die Person schnellstmöglich ins Trockene bringen und abtrocknen beziehungsweise vom leitfähigen Untergrund entfernen. 
  • Zudem ist nicht jede Art von Defibrillator für Kinder unter acht Jahren oder unter 25 Kilogramm geeignet. Moderne Geräte erkennen dies teils automatisch.

Beim Einsatz eines Defibrillators müssen folgende Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden:

  • Niemand darf den Patienten berühren, wenn der Schock ausgelöst wird („Alle weg vom Patienten!“).
  • Brust trocken wischen, falls sie nass oder verschwitzt ist.
  • Metallische Gegenstände (zum Beispiel Halsketten) und starke Körperbehaarung unter den Elektroden entfernen, um guten Kontakt sicherzustellen.
  • Elektroden richtig platzieren (nach Anleitung auf dem Gerät).
  • Nur schocken, wenn das Gerät dazu auffordert – nie auf Verdacht.
  • Nicht in explosionsgefährdeter Umgebung (zum Beispiel mit Sauerstofflecks) anwenden.

Die Herzdruckmassage ist lebenswichtig und ergänzt den Einsatz des Defibrillators: 

  • Sie hält den Blutkreislauf aufrecht, damit Gehirn und Organe mit Sauerstoff versorgt bleiben.
  • Sie überbrückt die Zeit, bis der Defibrillator einen wirksamen Schock abgeben kann.
  • Nach jedem Schock wird sofort weitergedrückt, bis das Herz wieder selbst schlägt oder der Rettungsdienst übernimmt.