Grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat in den beiden Städten Rheinfelden seit vielen Jahren Tradition.
Der Grundstein hierzu wurde bereits im Jahr 2001 mit einem grenzüberschreitenden Lokale Agenda 21-Prozess gelegt. Das gemeinsam erarbeitete und offiziell verabschiedete Umsetzungsprogramm bestimmt das politische Handeln bis heute.
Einmal im Jahr findet das offizielle Treffen der Verwaltungen statt, abwechselnd in Rheinfelden (Baden) und Rheinfelden (Aargau). Dabei stehen das Kennenlernen, der persönliche Austausch sowie gemeinsame Besichtigungen von Stadtteilen oder wichtigen Einrichtungen im Mittelpunkt.
Darüber hinaus lädt seit vielen Jahrzehnten lädt die KuBa Freizeitcenter AG die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung beider Städte zu einem sportlichen Wettbewerb auf der von beiden Städten geförderten Kunsteisbahn ein. Neben dem sportlichen Spaß steht hier vor allem der grenzüberschreitende Dialog im Vordergrund.
Im Mai 2026 startete zudem das grenzüberschreitenden Bike-Sharing-System des Anbieters "PubliBike Velospot", das eine unkomplizierte Ausleihe von E-Bikes und klassischen Fahrrädern an festen Stationen beiderseits des Rheins ermöglicht. Neben den beiden Rheinfelden finden sich am Hochrhein Standorte in Kaiseraugst, Stein, Bad Säckingen, Laufenburg (Baden und Schweiz) oder auch in Grenzach-Wyhlen und in Basel.
Das Pilotprojekt ist das Ergebnis einer gemeinsamen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Gesamtkoordination liegt beim Landkreis Waldshut. Zahlreiche Partner und Unterstützer, darunter die Hochrheinkommission, der Kanton Aargau, der Landkreis Lörrach, Landkreis Waldshut, die SBB Deutschland GmbH und der Waldshuter Tarifverbund (WTV), tragen das gemeinsame Vorhaben durch Co-Finanzierungen und Kooperationen.
Als Zeichen der Verbundenheit und der guten Zusammenarbeit laden die beiden Rheinfelden seit vielen Jahren zu einem gemeinsamen Neujahrsempfang ein. Dieser findet abwechselnd im Bürgersaal im Rathaus auf deutscher Seite sowie im Bahnhofssaal im Schweizer Rheinfelden statt. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft, dem Ehrenamt sowie der Bürgerschaft der beiden Rheinfelden nutzen die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.
Auch das grenzüberschreitende Silvesterfeuerwerk hat Tradition: Sowohl die Stadtoberhäupter als auch die Bevölkerung begrüßen das Neue Jahr mit einem gemeinsamen Silvesterfeuerwerk auf der Alten Rheinbrücke
Die Plattform der Crossiety AG „Der Digitale Dorfplatz“ wurde im Januar 2021 als grenzüberschreitendes Projekt eingeführt. Dabei handelt es sich um eine lokale, nicht kommerzielle Kommunikationsplattform, auf der sich die Einwohnerschaft untereinander austauschen und vernetzen kann.
Seit 2001 besteht ein enger partnerschaftlicher Verbund zwischen den Stadtbibliotheken beider Rheinfelden. Damit haben die Schwesterstädte Pionierarbeit geleistet. Die Bürgerschaft der beiden Städte kann die umfangreichen Angebote auf beiden Seiten des Rheins mit nur einem Bibliotheksausweis nutzen.
Seit September 2008 wird von den Kulturämtern der Schwesterstädte das gemeinsame Kultur- und Stadtmagazin „2xRheinfelden“ herausgegeben. Das Magazin wird jeden zweiten Monat veröffentlicht und in einer Gesamtauflage von 18.500 Stück kostenlos abgegeben.
Herzstück ist ein Veranstaltungskalender, der interessante Einblicke in das Kulturgeschehen auf beiden Seiten des Rheins gibt.
Die Fasnacht ist auf beiden Seiten des Rheins als wichtiges Kulturgut tief verankert. Der grenzüberschreitende Fasnachtsumzug ist dabei fester Bestandteil der fünften Jahreszeit.
Seit den 1980er-Jahren findet der Umzug am Fasnachtssonntag statt und verläuft traditionell von der schweizerischen Seite über die Alte Rheinbrücke bis nach Rheinfelden (Baden).
Ein Höhepunkt für beide Städte ist das alle zwei Jahre im August stattfindende Straßenkunstfestival „Brückensensationen“.
Das kostenlose Festival mit Artistik, Theater, Comedy, Musik und Kunst wird von den Kulturverantwortlichen der beiden Städte gemeinsam organisiert und findet auf beiden Seiten des Rheins statt. Herzstück ist dabei die Rheinbrücke und die Bühne auf dem Inseli.
Seit 2005 arbeiten die beiden Rheinfelden nach einem gemeinsamen Raumentwicklungskonzept zusammen.
Ziel ist es, rund um die historische Rheinbrücke eine ideelle Stadtmitte zu schaffen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Um diesen Prozess dauerhaft und abgestimmt zu begleiten, wurde die „Plattform Stadtentwicklung“ ins Leben gerufen. Dort treffen sich Vertreterinnen und Vertreter beider Städte sowie die Stadtoberhäupter regelmäßig, um Projekte, Termine und Themen gemeinsam zu besprechen und voranzubringen.
Der bestehende Rheinfelder Rheinuferrundweg wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Basel 2020 auf Initiative der beiden Rheinfelden auf die angrenzende Raumschaft ausgedehnt. An dem Projekt beteiligten sich neben den beiden Städten Rheinfelden auf deutscher Seite Grenzach-Wyhlen, Wehr, Bad Säckingen und Schwörstadt, auf Schweizer Seite Stein, Mumpf, Möhlin und Wallbach.
Nach der Schließung der Alten Rheinbrücke für den privaten Verkehr im Jahr 2008 wurde der grenzüberschreitende Stadtbus 7312 eingerichtet. Die Linie verbindet die beiden Städte und bedient auf beiden Seiten des Rheins die Bahnhöfe und die wichtigsten Wohngebiete.
Im Zuge der Elektrifizierung der Hochrheinstrecke, die bis zum Jahr 2027 erfolgen soll, plant die Stadt Rheinfelden (Baden) einen neuen Haltepunkt in Warmbach einzurichten.
Diese zusätzliche Haltestelle ist für die Einwohnerschaft beider Städte von großer Bedeutung. Der Stadtteil Warmbach liegt günstig an der Bahnlinie und wird weiter wachsen. Zudem sind Gewerbeansiedlungen in diesem Bereich bereits in Planung.
Über die nah gelegene Autobahnbrücke ist der Standort auch ideal für Berufstätige, die mit dem Fahrrad die Arbeitsplätze im Stadtteil West in Rheinfelden (Aargau) und in Kaiseraugst (Aargau) erreichen können. Mit dem Haltepunkt Augarten in Rheinfelden (Aargau) existiert das Pendant zur Haltestelle Warmbach in der Schwesterstadt.
Der Hochrhein ist ein lebendiger Wirtschafts- und Lebensraum, dessen Entwicklung eng mit einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur verbunden ist. Seit dem ersten Verkehrssymposium 2017 arbeiten die Partnerstädte grenzüberschreitend an Lösungen für drängende Mobilitätsfragen. Aktuell laufen gemeinsame Projekte zur Förderung von öffentlichem Nahverkehr und Radverkehr sowie die Mitarbeit im „Korridorprozess“ des Agglomerationsprogramms Basel.
Nach der erfolgreichen Teilnahme von Rheinfelden (Baden) an der Entente Florale im Jahr 2011 folgte nur drei Jahre später eine erneute Teilnahme gemeinsam mit der schweizerischen Schwesterstadt. Damit wurde der bundesweite Wettbewerb erstmalig grenzüberschreitend durchgeführt. Beide Städte wurden nicht nur mit Gold ausgezeichnet, sondern ebenfalls für den europäischen Wettbewerb 2015 nominiert. Auch auf europäischer Ebene punktete das Duo - insbesondere durch ein herausragendes bürgerschaftliches Engagement „in Sachen Grün“ - und gewann Gold.