Achtlos weggeworfene Einwegverpackungen und Tüten, Zigarettenstummel, liegengelassene leere Getränkebehältnisse oder illegal entsorgter Hausmüll: Die Vermüllung im öffentlichen Raum - auch "Littering" genannt - wird in vielen deutschen Städten und Gemeinden zunehmend zu einem ernstzunehmenden Problem.
Dabei beeinflussen die unschönen Abfälle nicht nur das Ortsbild, sondern haben auch negative Folgen für die Umwelt, unsere Gesundheit und den kommunalen Geldbeutel.
Um ein Zeichen zu setzen, haben die Kommunen Grenzach-Wyhlen, Lörrach, Rheinfelden (Baden), Schopfheim und Weil am Rhein mit Unterstützung der Abfallwirtschaft des Landkreises eine gemeinsame Müllkampagne unter dem Motto „Geht´s noch? Mach kein Mist!“ ins Leben gerufen. Die Kampagne, die sich bewusst an „Müllsünder“ richtet, soll sensibilisieren und das „Unrechtsbewusstsein“ schärfen.
Abfälle gelangen auf vielfältige Weise in die Umwelt. Bereits ein verloren gegangenes Taschentuch, eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, eine stehen gelassene Bierflasche, ein weggeschnippter Kronkorken, ein ausgespucktes Kaugummi oder eine liegen gelassene Take-away-Verpackung tragen zur Vermüllung öffentlicher Räume bei.
Die Ursachen für das so genannte Littering sind vielfältig. Häufig spielen Bequemlichkeit, mangelndes Verantwortungsbewusstsein, Ignoranz oder Unwissenheit eine Rolle. In manchen Fällen werden Abfälle bewusst im öffentlichen Raum entsorgt, in anderen Fällen geschieht dies unabsichtlich oder aus Unkenntnis über die Folgen für die Umwelt. So wird beispielsweise oft unterschätzt, dass auch Zigarettenkippen die Umwelt belasten und eine einzige Zigarettenkippe 40 bis 60 Liter Grundwasser verunreinigen kann.
Doch die illegale Entsorgung geht weit über diese Kleingegenstände hinaus, denn auch Elektroschrott, kaputte Campingstühle oder ganze Lkw-Ladungen Bauschutt landen immer öfter in der Landschaft.
Das illegale Entsorgen von Müll ist ein Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz und deshalb eine Ordnungswidrigkeit - je nach Schwere des Delikts sogar eine Straftat.
Besonders häufig tritt Vermüllung in stark frequentierten öffentlichen Bereichen auf. Dazu gehören insbesondere Parks, Grünanlagen, Gewässerbereiche, Innenstädte, Haltestellen, Spielplätze sowie Straßenränder, Containerstandorte und Naherholungsgebiete.
Doch auch Böschungen entlang von Straßen und Wegen, landwirtschaftliche Flächen sowie Grünstreifen in bebauten Gebieten werden regelmäßig durch Hundekot und achtlos entsorgte Abfälle verschmutzt.
Achtlos entsorgte Abfälle verbleiben häufig über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte in der Umwelt, da sie nur sehr langsam oder gar nicht verrotten.
Insbesondere Kunststoffe zerfallen mit der Zeit lediglich in immer kleinere Partikel (Mikroplastik), anstatt sich vollständig abzubauen. Dabei können Schadstoffe freigesetzt werden oder bereits vorhandene Schadstoffe aus der Umwelt gebunden werden. Böden, Gewässer sowie die Tier- und Pflanzenwelt werden belastet, wodurch Mikroplastik auch in unsere Nahrung und in unseren Körper gelangen kann.
Tiere können Abfälle mit Nahrung verwechseln, sich darin verfangen oder durch verschluckte Kunststoffteile verletzt werden. Ebenso werden krankheitsübertragende Schädlinge wie zum Beispiel Ratten in Siedlungsnähe gelockt und können zur Plage werden.
Zigarettenstummel enthalten eine Vielzahl an Schadstoffen, darunter unter anderem Nikotin, Schwermetalle und weitere chemische Verbindungen. Werden sie im öffentlichen Raum zurückgelassen, gelangen diese Stoffe durch Regenwasser nach und nach in den Boden und können über die Kanalisation oder den direkten Abfluss auch in Gewässer gelangen. Dabei verunreinigt eine einzige Zigarettenkippe 40 bis 60 Liter Grundwasser.
Darüber hinaus gehen durch das Wegwerfen von Abfällen wertvolle Rohstoffe wie Metalle, Glas, Papier und Kunststoffe für die Kreislaufwirtschaft verloren. Diese Materialien können nicht wiederverwertet werden und müssen durch neue Rohstoffe ersetzt werden. Dies erhöht den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den Energieaufwand für die Herstellung neuer Produkte. Es entstehen zusätzliche Umweltbelastungen und vermeidbare Kosten.
Können keine Verursacher für die Vermüllung ermittelt werden, bleiben die Kosten für die Entsorgung des illegalen Mülls an uns allen hängen.
Die Beseitigung von Abfällen im öffentlichen Raum verursacht jährlich hohe Kosten. Je nach Größe der Stadt oder Gemeinde fallen dabei mehrere hundert Tonnen Müll pro Jahr an (2024: etwa 400 bis 500 Tonnen).
Die Kosten für die Müllbeseitigung werden durch öffentliche Gelder bezahlt. Dieses Geld könnte auch für andere wichtige Bereiche wie zum Beispiel Schulen, Kinderbetreuung oder die Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt werden.
Wenn Sie eine Vermüllung im Stadtgebiet von Rheinfelden (Baden) entdeckt haben, können Sie uns diese über unseren Schadensmelder melden.
Wenn Sie eine Vermüllung im so genannten Außenbereich (zum Beispiel im Wald oder auf einem Feld) gesehen haben, melden Sie diese bitte der Abfallwirtschaft des Landkreises Lörrach.
Jede und jeder kann mithelfen, Vermüllung im öffentlichen Raum zu vermeiden:
Einen Überblick darüber, wo verschiedene Abfälle entsorgt werden können, bietet die Homepage der Abfallwirtschaft des Landkreises Lörrach.
Geben Sie im Abfall-ABC einfach ein, was Sie entsorgen möchten und lassen Sie sich anschließend anzeigen, wo Sie den entsprechenden Müll loswerden können.