Stadtwald: Klimaanpassung bleibt zentrale Aufgabe

Aus den Gremien, Städtische Nachrichten

Die Folgen des Klimawandels stellen den Rheinfelder Stadtwald vor große Herausforderungen. Bei der Auswahl neuer Baumarten muss der Forstbezirk nicht nur die heutigen Klimabedingungen berücksichtigen, sondern auch die voraussichtliche Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten.

Kein Wunderbaum

Eine Baumart, die für alle Standorte und Klimaverhältnisse gleichermaßen geeignet ist, gäbe es nicht, wie Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer bei der Vorstellung des Forst-Betriebsplans für 2027 im Gemeinderat erläuterte. Deshalb setz der Forstbezirk auf vielfältige Mischbestände mit möglichst stabilen Einzelbäumen, so der Fachmann.

Selbst Baumarten, die als vergleichsweise trockenheitstolerant gelten, geraten inzwischen zunehmend unter Hitzestress. Gleichzeitig kommen mediterrane Arten nicht automatisch als Alternative infrage, da sie beispielsweise empfindlich auf Spätfröste reagieren können. Entscheidend ist daher eine standortangepasste Auswahl verschiedener Baumarten.

Neupflanzungen

Für das kommende Jahr sind im Rheinfelder Stadtwald rund 5.200 Neupflanzungen vorgesehen. Dazu zählen unter anderem Eichen, Ahorne und Douglasien. Das sind etwa 900 Bäume weniger als im laufenden Jahr. Die Pflanzungen sollen sich 2027 auf das notwendige Maß beschränken.

Hintergrund sind die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Forstbetriebs. Steigende Lohn- und Materialkosten belasten das Ergebnis. Gleichzeitig verursachen die Folgen von Hitze und Trockenheit zusätzlichen Aufwand, beispielsweise bei der Kontrolle und Sicherung geschwächter Bäume entlang von Wegen. Hinzu kommen sinkende Holzpreise aufgrund des hohen Angebots auf dem Markt. Für 2027 rechnet der Forstbezirk deshalb mit einem Defizit von rund 276.000 Euro.

ökologische & gesellschaftliche Aufgaben

Der Rheinfelder Stadtwald erfüllt zahlreiche Funktionen, die über die reine Holzwirtschaft hinausgehen. Er bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen, dient als Naherholungsgebiet und leistet wichtige Beiträge zum Trinkwasser- und Hochwasserschutz.

Auch für den Klimaschutz ist der Wald von Bedeutung. Seine jährliche Klimaschutzwirkung wird auf rund 9.200 Tonnen CO₂ geschätzt. In diese Berechnung fließt neben dem in den Bäumen gespeicherten Kohlendioxid auch die CO₂-Einsparung ein, die durch die Verwendung von Holz als Baustoff anstelle emissionsintensiverer Materialien wie Beton erzielt werden kann.

Waldwege

In der Gemeinderatssitzung wurde außerdem die Beschaffenheit der Waldwege thematisiert. Aus der Bevölkerung gebe es Rückmeldungen, dass ausgebesserte Wege teilweise mit zu grobem Schottermaterial versehen würden. Die SPD-Fraktion beantragte deshalb, die Kosten für den Einsatz feineren Materials zu ermitteln und dem Gemeinderat zur Beratung und Entscheidung vorzulegen. Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer wies darauf hin, dass feineres Schottermaterial in der Regel teurer sei und zudem eine geringere Haltbarkeit aufweise.

Auch die Waldbrandgefahr wurde thematisiert. Hier sieht der Experte zwar eine grundsätzlich steigende Gefahr, gleichzeitig aufgrund der geringen Brandlast keine akute Gefahrenlage.

Das Gremium stimmte dem Betriebsplan mehrheitlich zu.