Stadt macht Fortschritte beim Klimaschutz

Aus den Gremien, Stadtnachricht

Rheinfelden hat bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen weitere Fortschritte erzielt, liegt auf dem Weg zur Klimaneutralität jedoch weiterhin deutlich hinter den angestrebten Zielwerten zurück. Das wurde bei der Vorstellung des Klima- und Energieberichts 2025 im Bau- und Umweltausschuss deutlich. Klimaschutzmanagerin Louisa Freytag und Energiebeauftragter Norbert Schröder präsentierten die aktuellen Entwicklungen und Handlungsfelder.

Treibhausgasbilanz

Die Treibhausgasbilanz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent. Gleichzeitig liegt der aktuelle Wert noch rund 21,9 Prozent über dem Zielpfad zur Erreichung der Klimaneutralität. Inwieweit dabei auch konjunkturelle Entwicklungen in der Industrie eine Rolle spielen, lässt sich laut Verwaltung anhand der vorliegenden Daten nicht beurteilen.

Wärme 

Den größten Anteil an den Emissionen hat weiterhin der Bereich Wärme, der rund zwei Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen verursacht. Positiv entwickelt sich dabei das Nahwärmenetz. Im vergangenen Jahr wurde es um 3,5 Kilometer erweitert und um 103 neue Anschlüsse ergänzt. Gleichzeitig stiegen die Zahl der tatsächlichen Abnehmer sowie der Anteil der genutzten industriellen Abwärme.

Mobilität

Im Bereich Mobilität stagniert die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge. Der Anteil der E-Autos liegt derzeit bei rund fünf Prozent. Die Stadt setzt hier unter anderem auf Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr und den Ausbau der Fahrradinfrastruktur.

Strom

Bereits vollständig aus erneuerbaren Energieträgern stammt der in Rheinfelden erzeugte Strom. Vor allem der Ausbau privater Photovoltaikanlagen habe in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen, erläuterte Klimaschutzmanagerin Louisa Freytag.

Kommunale Gebäude

Der Energiebericht für die kommunalen Gebäude zeigt ebenfalls positive Entwicklungen. So sank der Wärmeverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent. Der Stromverbrauch stieg dagegen um 4,1 Prozent. Als Ursache nannte Energiebeauftragter Norbert Schröder insbesondere den wachsenden Bedarf durch die IT-Infrastruktur. Dank des Nahwärmenetzes konnte der Anteil von Erdgas innerhalb von 15 Jahren um nahezu 80 Prozent reduziert werden.

Schulen & Freibad

Bei einzelnen Gebäuden zeigen sich jedoch weiterhin Herausforderungen. Insbesondere bei den Schulen besteht Handlungsbedarf. Den höchsten Stromverbrauch weist das Freibad auf. Entsprechend hohe Priorität besitzt die geplante Dachsanierung mit einer Photovoltaikanlage. Weitere Maßnahmen wie die Sanierung der Scheffelschule und der Fécamphalle oder der Umbau des Bürgerheims werden sich laut Verwaltung erst in den kommenden Berichten bemerkbar machen.

Stimmen aus dem Gremium

Im Ausschuss wurde der Bericht überwiegend als Bestätigung des eingeschlagenen Weges bewertet. Gleichzeitig bestehe weiterhin erheblicher Handlungsbedarf. Zur Ausarbeitung konkreter Maßnahmen verwies die Verwaltung unter anderem auf die geplante öffentliche Klimawerkstatt sowie einen Workshop mit dem Gemeinderat.

Update aus dem Gemeinderat

Mit überwiegender Mehrheit nahm der Gemeinderat am 25. Juni den Klima- und Energiebericht zustimmend zur Kenntnis. Die Fraktionen dankten der Klimaschutzmanagerin Louisa Freytag und dem Energiebeauftragten Norbert Schröder für den aktuellen Überblick und wiesen in ihren Wortmeldungen noch auf ein paar Punkte hin. So merkte zum Beispiel Karin Paulsen-Zenke (SPD) an, dass mit einer Photovoltaik-Anlage im Freibad der hohe Strombedarf gesenkt werden könnte. Dietmar Häßler (Freie Wähler) gab zu Bedenken, dass die Sanierung von Gebäuden mit hohen Kosten verbunden ist und man daher vielleicht darüber nachdenken sollte, das ein oder andere Gebäude zu veräußern. Und Dieter Meier (CDU) erinnerte nochmals daran, dass es im Klima- und Energiebericht nicht um eine Ideologie gehe, sondern um wissenschaftliche Erkentnisse.