Spatenstich für neuen Haltepunkt Warmbach
Stadtnachricht Stadtteil Warmbach
Mit dem symbolischen Spatenstich haben die Bauarbeiten für den neuen Bahnhaltepunkt Rheinfelden-Warmbach begonnen.
Künftig erhalten die Warmbacher Bürgerinnen und Bürger damit erstmals einen direkten Anschluss an den Regionalbahnverkehr. Voraussetzung dafür ist die Inbetriebnahme der ausgebauten und elektrifizierten Hochrheinbahn, die für Dezember 2027 vorgesehen ist.
Den Auftakt für den Bau gaben der Erste Landesbeamte des Landkreises Lörrach, Ulrich Hoehler, Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Christian Lösch, Projektleiter der DB InfraGO AG, gemeinsam mit weiteren Vertretern aus der Region.
Hoehler hob die gute Zusammenarbeit und Partnerschaft aller Beteiligten hervor. Gemeinsam entstehe etwas Großes. Mit Blick auf die Einschränkungen durch den Schienenersatzverkehr bat er um Verständnis und Geduld: Bis zur Fertigstellung gelte es, noch einmal die Zähne zusammenzubeißen.
Für Oberbürgermeister Klaus Eberhardt bedeutet der neue Haltepunkt einen Quantensprung in dreifacher Hinsicht: „Er bietet Pendlerinnen und Pendlern eine attraktive Verbindung – in rund zehn Minuten nach Basel, davon können Autofahrerinnen und Autofahrer nur träumen. Die modernen, leisen Züge bringen auch für die Anwohnenden Vorteile. Und wenn wir künftig das Buskonzept konsequent auf die neuen Haltepunkte ausrichten, entsteht ein noch besser verzahntes Mobilitätsangebot. Ich bin überzeugt, dass wir damit mittel- bis langfristig die Fahrgastzahlen verdoppeln können.“
Christian Lösch erinnerte an die Entwicklung des Vorhabens. Was ursprünglich als reines Elektrifizierungsprojekt begonnen habe, sei inzwischen zu einem Vorzeigeprojekt für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur geworden. Auch für die Deutsche Bahn sei der Bau eines neuen Haltepunkts etwas Besonderes, das man nicht alle Tage erlebe.
Die örtlichen Gegebenheiten stellen den Bau vor besondere Herausforderungen. Zwischen dem Bahnübergang an der Hertener Straße und dem Autobahnzubringer ist nicht genügend Platz für die erforderlichen 155 Meter langen Bahnsteige. Deshalb wird deren westliches Ende auf Brückenbauwerken über dem Autobahnzubringer liegen. Im ersten Schritt werden dafür Bohrpfähle hergestellt. Anschließend hebt ein Kran einen Querbalken und einen modularen Bahnsteigkörper ein.
Der neue Haltepunkt ist Teil des Ausbaus und der Elektrifizierung der Hochrheinbahn zwischen Basel Badischer Bahnhof und Erzingen. Ziel ist ein attraktiveres Nahverkehrsangebot mit mehr Verbindungen zwischen Südbaden, dem Bodensee und der Nord- und Ostschweiz.
Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2027 sollen die Regionalbahnen nahezu halbstündlich verkehren und in das Linienkonzept der trinationalen S-Bahn Basel eingebunden werden. Ergänzend zum stündlichen Regionalexpress ist ein neuer Hochrhein-Bodensee-Express vorgesehen. Dieser soll alle zwei Stunden, in der Hauptverkehrszeit stündlich, von Basel Badischer Bahnhof über Waldshut und Konstanz nach St. Gallen beziehungsweise Herisau fahren.
Die Hauptbauarbeiten an der Hochrheinbahn laufen seit April 2026. Die Strecke zwischen Rheinfelden und Erzingen war seitdem gesperrt. Mit der Ausweitung der Streckensperrung auf den Abschnitt zwischen Basel Badischer Bahnhof und Rheinfelden am 10. Oktober 2026 kann die DB nun auch in Warmbach unter den erforderlichen Bedingungen bauen.
Bis Dezember 2027 sollen auf der rund 75 Kilometer langen Strecke insgesamt 130 Kilometer Oberleitung installiert und dafür 1.600 Masten aufgestellt werden. Zudem werden 17 Stationen barrierefrei ausgebaut. Neben Warmbach entstehen neue Haltepunkte in Bad Säckingen-Wallbach und Waldshut-West. Auch die Bahnhöfe Tiengen und Lauchringen werden zu Kreuzungsbahnhöfen ausgebaut, damit Züge auf dem eingleisigen Streckenabschnitt künftig aneinander vorbeifahren können. In Waldshut sind außerdem eine neue Weichenverbindung nach Koblenz in der Schweiz und ein grundlegender Umbau des Bahnhofs vorgesehen.