„Die jüngsten Pisa-Ergebnisse haben leider gezeigt, dass sich in Deutschland die Schere zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg weiter geöffnet hat. Genau hier setzt das Startchancen-Programm des Landes Baden-Württemberg an. Jedes Kind soll seine Talente entfalten und Leistung erbringen können, unabhängig von seiner Herkunft und vom Einkommen der Eltern. Hierfür stellen Bund und Land in Baden-Württemberg innerhalb von zehn Jahren 2,6 Milliarden Euro für diejenigen Schulen bereit, die Unterstützung am nötigsten haben“, erklärte Regierungspräsident Carsten Gabbert.
Die Goetheschule in Rheinfelden sei ein überzeugendes Beispiel für die Umsetzung des Programms vor Ort. Das Regierungspräsidium Freiburg berate und begleite die Startchancen-Schulen, schließe die Verträge mit dem zusätzlichen pädagogischen Personal ab und sei für einen Großteil der Abrechnung des Programms
zuständig. Zudem organisiere man gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Netzwerktreffen für die Schulen.
Oberbürgermeister Klaus Eberhardt ergänzte: „Das Programm bietet die Möglichkeit, die Lernbedingungen vor Ort gezielt zu verbessern und Schülerinnen und Schüler individueller zu fördern. Die Stadt investiert bereits seit vielen Jahren gezielt in die Bildung und unterstützt diese zusätzliche Investition des Landes in die Zukunft unserer Kinder gerne mit einem nicht unerheblichen Eigenanteil. Denn gute Bildung ist eine wichtige Grundlage für die Zukunft unserer Kinder und unserer gesamten Stadt.“
Schulleiter Jörg Nägelin berichtete von der Umsetzung des Programms an seiner Schule. Ein zentrales Startchancen-Projekt ist der geplante Neubau einer Bibliothek. Ein Zirkusprojekt wurde auf die Beine gestellt.
Moderne Unterrichtsmaterialien werden ebenso finanziert wie zusätzliches pädagogisches Personal und Angebote zur Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik sowie der Sozialkompetenzen der Kinder. Ein Förderangebot lernten die Besucherinnen und Besucher am Freitag kennen: So trainiert ein Sozialpädagoge mit mehreren Kindergruppen sozial-emotionale Kompetenzen, Selbstwahrnehmung und Durchhaltevermögen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei Strategien zu entwickeln, um Konflikte besser lösen zu können.
Die Goetheschule Rheinfelden gehört zu den ersten Schulen, die in Baden-Württemberg vor zwei Jahren aufgrund ihrer besonderen sozialen Herausforderungen für das Startchancen-Programm ausgewählt wurden. An der Grundschule werden rund 450 Schülerinnen und Schüler von rund 40 Lehrkräften unterrichtet. Rund die Hälfte der Kinder nimmt das Ganztagsangebot in Anspruch.