Erprobungsparagraf
Mit dem Projekt reagiert die Stadt Rheinfelden auf den Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung. Ziel ist es, trotz personeller Herausforderungen weiterhin lange Betreuungszeiten von bis zu zehn Stunden täglich anbieten zu können. Dafür übernehmen geschulte Zusatzkräfte am Nachmittag die Betreuung der Kinder. Pädagogische Fachkräfte werden dadurch entlastet und können sich verstärkt auf die Bildungsarbeit am Vormittag konzentrieren. Das Modell wird seit September 2024 in der Kita Bienenkorb erprobt. Grundlage dafür ist der sogenannte Erprobungsparagraf im Kindertagesbetreuungsgesetz, der neue Betreuungsformen ermöglicht.
Wissenschaftliche Begleitung
Der Freiburger Sozialarbeitswissenschaftler Günter Rausch begleitet das Projekt wissenschaftlich. Nach anfänglicher Skepsis bewertet er das Konzept inzwischen sehr positiv. Die Rückmeldungen von Eltern, Kindern und Mitarbeitenden seien mittlerweile „durchweg positiv“. Besonders hervorgehoben wurden das Engagement der Zusatzkräfte sowie die gute Zusammenarbeit im Kita-Alltag.
Auch Kita-Leiter Daniele Cortazzo berichtet von positiven Erfahrungen. Die VÖ+-Gruppe ist aktuell mit 20 Kindern voll belegt. Viele Kinder nähmen die Nachmittagsangebote gerne an. Die Zusatzkräfte bringen eigene Projekte und Ideen in den Alltag ein und werden kontinuierlich pädagogisch weitergebildet.
Positive Rückmeldungen kommen zudem vom Gesamtelternbeirat Kita. Dort wird das Projekt als bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Lösung bewertet.
Nächste Schritte
Das Pilotprojekt ist derzeit bis August 2027 befristet. Die Stadt Rheinfelden strebt gemeinsam mit der Kita eine Verlängerung an. Perspektivisch könnte das Modell auch auf weitere Einrichtungen übertragen werden.