Beteiligung
Der Masterplan ist das Ergebnis einer rund einjährigen Erarbeitungsphase. Dabei wurde das städtische Klimaschutzmanagement von der Freiburger Firma endura kommunal unterstützt. In die Entwicklung des Konzepts flossen auch unterschiedliche Beteiligungsformate ein, bei denen Akteure aus verschiedenen Bereichen ihre Anregungen und Perspektiven einbringen konnten. Ergänzt wird das Konzept durch einen 93-seitigen Anhang mit detaillierten Maßnahmensteckbriefen.
Maßnahmen
Insgesamt umfasst der Masterplan 36 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern: Energie, Bauen/Wohnen und Begrünung, Mobilität, Kommunalverwaltung sowie Bildung und Konsum. Mehr als zwei Drittel der Maßnahmen befinden sich bereits in der Umsetzung. „Rheinfelden hat beim Klimaschutz in den letzten Jahres einiges erreicht. Der Masterplan zeigt nun, wo wir ansetzen müssen, um diesen Weg konsequent weiterzugehen“, erläuterte Klimaschutzmanagerin Louisa Freytag bei der Vorstellung im Ausschuss.
Zu den zentralen Maßnahmen zählt der weitere Ausbau des städtischen Wärmenetzes. Gleichzeitig soll der Klimaschutz konsequent in der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Auch der Ausbau von Fahrradstraßen, die energetische Sanierung kommunaler Gebäude sowie Beratungsangebote für private Haushalte, Industrie und Gewerbe sind wichtige Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Weitere Maßnahmen richten den Blick auf die städtischen Liegenschaften und den öffentlichen Raum. So sollen die Potenziale für Photovoltaik systematisch untersucht und insbesondere die Dächer städtischer Gebäude stärker für die Solarstromerzeugung genutzt werden. Auch die Begrünung und Entsiegelung von Schulhöfen und kommunalen Außenflächen, ein Ausbau des Busangebots sowie Bildungsangebote zum Klimaschutz an Schulen sind Bestandteil des Masterplans. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der schrittweisen Dekarbonisierung des städtischen Wärmenetzes.
Klimaanpassung
Fragen der Klimaanpassung, etwa der Umgang mit zunehmender Hitze und die Stärkung der Hitzeresilienz, sind nicht Bestandteil des Masterplans. Sie werden in einem eigenen Klimaanpassungskonzept behandelt, das derzeit erarbeitet wird. Damit werden Klimaschutz und Klimaanpassung in zwei aufeinander abgestimmten Konzepten betrachtet.
Positive Resonanz
Im Bau- und Umweltausschuss stieß der Masterplan auf viel positive Resonanz. Dabei wurde insbesondere hervorgehoben, dass das Konzept eine gute Grundlage für die weitere Klimaschutzarbeit bietet und Leitplanken für die kommenden Jahre setzt. Der Masterplan legt dabei nicht abschließend fest, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen wann umgesetzt werden. Über die konkrete Umsetzung einzelner Maßnahmen entscheidet der Gemeinderat. Dies gilt insbesondere auch im Rahmen der jeweiligen Haushaltsberatungen, bei denen über die erforderlichen finanziellen Mittel entschieden wird.
Der Masterplan versteht sich damit nicht als einmaliger Maßnahmenkatalog, sondern als langfristiger Handlungsrahmen. Die einzelnen Maßnahmen sollen Schritt für Schritt umgesetzt und weiterentwickelt werden. Entwicklungen und Fortschritte sollen regelmäßig überprüft werden, um den eingeschlagenen Weg bei Bedarf anzupassen.
Beratung in den Gremien
Nach der ersten Beratung im Bau- und Umweltausschuss haben die Gemeinderatsfraktionen nun Gelegenheit, sich intensiv mit den Inhalten des Konzepts auseinanderzusetzen. Eine weitere Beratung im Ausschuss ist für Oktober vorgesehen. Anschließend soll der Gemeinderat über die Verabschiedung des Masterplans entscheiden.