Eine Hand füllt mit einem Kugelschreiber ein Formular oder Umfrageblatt aus.
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Integrationsmanagement gibt Einblick in seine Arbeit

Stadtnachricht, Aus den Gremien

Einen umfassenden Einblick in die Arbeit des städtischen Integrationsmanagements gab Slavica Stanojevic, Leiterin der Abteilung Migration & Integration, im Sozialausschuss. Anhand aktueller Zahlen stellte sie die Situation der Geflüchteten in Rheinfelden sowie die Arbeitsschwerpunkte und Angebote der Integrationsmanagerinnen und -manager vor.

Junge Geflüchtete

Zum Stichtag 31. Juli 2026 leben in Rheinfelden 468 Geflüchtete in der Anschlussunterbringung. Die größte Gruppe bilden Menschen zwischen 19 und 40 Jahren, gefolgt von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Herkunftsländer spiegeln weiterhin die aktuellen Fluchtbewegungen wider. Die meisten Geflüchteten kommen aus der Ukraine, gefolgt von der Türkei, Afghanistan und Syrien. Das Integrationsmanagement betreut derzeit 79 Familien mit insgesamt 292 Personen sowie 176 alleinstehende Personen.

Von den 468 Geflüchteten sind lediglich 26 Personen ordnungsrechtlich untergebracht. Die übrigen leben in privaten Mietverhältnissen. Das Thema Wohnen nimmt auch bei der Beratung einen großen Stellenwert ein. Weitere häufige Beratungsthemen sind der Arbeitsmarkt, Kinderbetreuung und Schulbildung, Gesundheit sowie gesellschaftliche Teilhabe.

Messbare Erfolge

Auch zur Entwicklung bei Sprache, Arbeit und gesellschaftlichem Engagement stellte Stanojevic Zahlen vor. Im Zeitraum von Januar 2024 bis Juli 2025 konnten rund 30 Prozent der Geflüchteten in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt integriert werden, 70 Prozent erreichten ein mittleres Sprachniveau, 30 Prozent engagierten sich ehrenamtlich. Weitere Zahlen aus dem Projekt „Teilhabe für alle in Rheinfelden“ zeigen, dass nur zwei Prozent der insgesamt 7.589 ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

„Diese Statistik unterstreicht die Bedeutung einer erfolgreichen Integrationsarbeit, die den Zugang zu Sprache, Qualifizierung und Beschäftigung fördert“, betonte Stanojevic. Das Integrationsmanagement übernehme dabei eine wichtige Brücken- und Vermittlungsfunktion.

Herausforderungen

Gleichzeitig stehen die Integrationsmanagerinnen und -manager vor verschiedenen Herausforderungen. Dazu zählen beispielsweise fehlende Zugänge zu Arbeit und Sprachförderung. So haben Personen, die aufgrund ihres Aufenthaltsstatus zunächst keiner Beschäftigung nachgehen dürfen, gleichzeitig nur eingeschränkten Zugang zu Sprach- und Integrationskursen. Hinzu kommen fehlende berufliche oder schulische Qualifikationen sowie noch nicht anerkannte ausländische Abschlüsse. Auch die zunehmende Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen stellt für einige Geflüchtete eine zusätzliche Hürde dar.

Weitere Angebote

Grundsätzlich ende der Integrationsprozess nicht mit dem Erhalt eines Aufenthaltstitels, erklärt die Integrationsbeauftragte. Das städtische Integrationsmanagement setzt deshalb neben den individuellen Beratungsterminen auch auf niederschwellige Angebote, die Begegnung und Teilhabe ermöglichen. Dazu gehören unter anderem das Beratungscafé, das Erzählcafé oder das Frauen-Kultur-Frühstück.

Großes Lob

Für den Bericht und die Arbeit des Integrationsmanagements gab es im Sozialausschuss fraktionsübergreifend Anerkennung und großes Lob. Die vorgestellten Zahlen wurden dabei als Beleg für die vielfältigen Aufgaben und die Bedeutung der Integrationsarbeit in Rheinfelden gewertet.