Hochrheinkonferenz: Grenzüberschreitender Biotopverbund soll gestärkt werden

Stadtnachricht

Rund 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltungen und Institutionen entlang des Hochrheins sind der Einladung des Raumkonzepts Hochrhein zur zweiten Hochrheinkonferenz gefolgt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Biotopvernetzung über die Landesgrenzen hinweg gestärkt und bei großen Infrastrukturprojekten besser berücksichtigt werden kann.

In der abschließenden Diskussion stieß die Idee auf breite Zustimmung, ein gemeinsames Projekt zur Natur- und Biotopvernetzung entlang des Rheins auf den Weg zu bringen.

Das Raumkonzept Hochrhein ist ein grenzüberschreitendes Netzwerk aus Gemeinden, Städten und regionalen Organisationen. Die jährlich stattfindende Hochrheinkonferenz bietet eine Plattform, um gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und grenzüberschreitende Projekte voranzubringen.

Wertvolle Lebensräume unter Druck

Wie bedeutend die Biotopvernetzung für die Region ist, erläuterte Lena Riedl von HHP.raumentwicklung in ihrer Einführung. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen und Lebensräume auf engem Raum sei der Hochrhein ein Hotspot der Artenvielfalt. Zugleich werde die Region von wichtigen internationalen Tierkorridoren durchzogen.

Diese Korridore geraten zunehmend unter Druck. „Es ist kurz vor 12“, warnte Riedl mit Blick auf die fortschreitende räumliche Entwicklung, die verbliebene Verbindungen beeinträchtige und auch internationale Tierkorridore gefährde. Maßnahmen zur Biotopvernetzung dienten dabei nicht allein dem Naturschutz, sondern kämen auch der Bevölkerung zugute, etwa durch positive Effekte für das Klima.

Infrastruktur & Naturvernetzung 

Wie die Biotopvernetzung bei großen Infrastrukturvorhaben berücksichtigt wird, zeigten Fachbeiträge aus Deutschland und der Schweiz. Ein Vertreter der DB InfraGO stellte Maßnahmen an der Hochrheinbahn vor. Das Bundesamt für Straßen (ASTRA) und der Kanton Aargau präsentierten ihr gemeinsames Projekt für eine Grünbrücke in Zeiningen. Eine Vertreterin der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) erläuterte das Vernetzungskonzept für die geplante vierstreifige Hochrheinautobahn A98. Dr. Markus Ammann zeigte auf, wie das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) das Thema über seine Steuerungsinstrumente aufgreift.

Die Beiträge verdeutlichten, dass sich Akteure auf beiden Seiten des Hochrheins für die Biotopvernetzung einsetzen. Unterschiede bestehen jedoch bei den Rahmenbedingungen: Während das BAV beispielsweise entsprechende Anforderungen in Leistungsvereinbarungen mit Infrastrukturbetreibern verankert, gibt es auf deutscher Seite keine vergleichbare Vorgabe.

Gemeinsame Projekte als nächster Schritt

Wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit künftig weiterentwickelt werden kann, hatten Fachstellen bereits im Vorfeld der Konferenz in einem Workshop erörtert. Als wichtige Ansatzpunkte nannten sie die Initiierung gemeinsamer Vernetzungsprojekte, eine stärkere Sensibilisierung für das Thema sowie die Fortführung des grenzüberschreitenden fachlichen Austauschs. Zugleich wurde deutlich, dass die Region auf vorhandenen Aktivitäten und Erfahrungen aufbauen kann.

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt regte an, sich am Projekt „Rheinuferrundweg extended“ zu orientieren, bei dem zehn Kommunen gemeinsam Projekte zur Aufwertung der Rheinufer umgesetzt haben. Ein vergleichbares Vorhaben zur Natur- und Biotopvernetzung entlang des Rheins könnte die Zusammenarbeit am Hochrhein stärken. Dafür sollte nach Möglichkeit auch eine Förderung über das europäische Programm Interreg geprüft werden.

Ein gemeinsames Projekt könnte nicht nur die Vernetzung von Lebensräumen voranbringen, sondern auch den Austausch zwischen den zuständigen Behörden fördern. Zugleich böte sich die Möglichkeit, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und in die Aktivitäten einzubeziehen.

Der Vorschlag stieß bei zahlreichen Teilnehmenden auf Zustimmung. Neben der Entwicklung konkreter Projekte wurde auch die Fortführung des fachlichen Austauschs als wichtiges Anliegen bekräftigt.

Verkehr im Fokus der nächsten Konferenz

Zum Auftakt der Veranstaltung hatten Ulrich Hoehler vom Landkreis Lörrach und Lothar Probst vom Landkreis Waldshut Einblicke in den Stand ausgewählter Projekte gegeben, die aus dem Raumkonzept Hochrhein hervorgegangen sind. Dazu zählen die Umgestaltung des Buslinienbündels Hochrhein und das flächendeckende Bike-Sharing-Angebot. Die nächste Hochrheinkonferenz widmet sich dem Schwerpunktthema Verkehr.





Hochrheinkonferenz: Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Stadtpräsidentin Claudia Rohrer begrüßen die Gäste. (Foto: Blick auf die sitzenden Gäste)
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