Das Ziffernblatt einer analogen Uhr
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BürgerMobil Rheinfelden: Vereinsgründung steht bevor

Aus den Gremien, Stadtnachricht

Das Projekt BürgerMobil Rheinfelden steht kurz vor der Vereinsgründung: Am Freitag, 19. Juni, soll der Verein BürgerMobil Rheinfelden e. V. offiziell gegründet werden.

Ziel ist der Aufbau eines ehrenamtlich getragenen, kostenfreien Fahrdienstes, der Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Alltag unterstützt. Das Angebot soll ihre Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe stärken, Angehörige entlasten und dazu beitragen, Einsamkeit vorzubeugen.

So funktioniert das BürgerMobil

Das BürgerMobil ist als ergänzendes Angebot zum öffentlichen Personennahverkehr konzipiert und versteht sich ausdrücklich nicht als dessen Konkurrenz. Es richtet sich insbesondere an Menschen, die Bus und Bahn aufgrund gesundheitlicher oder altersbedingter Einschränkungen nicht oder nur eingeschränkt nutzen können. Der Fahrdienst bringt Fahrgäste – auch mit Rollstuhl – direkt von der Haustür zu ihrem Ziel. Die Nutzung ist kostenfrei. Geplant sind Fahrten zu typischen Zielen des Alltags, etwa zu Arztterminen, Friseurbesuchen, Seniorentreffen sowie zu Einkaufs- oder Freizeitangeboten.

Der Betrieb startet voraussichtlich im Herbst zunächst an zwei Tagen pro Woche, dienstags und donnerstags. Fahrtwünsche müssen spätestens zwei Tage im Voraus telefonisch angemeldet werden. Der Fahrdienst ist auf einen Umkreis von etwa 20 bis 25 Kilometern ausgelegt. Je nach Nachfrage und verfügbaren Ehrenamtlichen soll das Angebot schrittweise erweitert werden.

Finanzierung und Rahmenbedingungen

Die jährlichen Gesamtkosten für den Betrieb werden auf rund 35.000 bis 40.000 Euro geschätzt. Die Finanzierung soll über einen Mix aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, kommunalen Zuschüssen sowie Fördermitteln aus der Pflegeversicherung erfolgen, die eine kommunale Kofinanzierung voraussetzen.

Zur Unterstützung des Vorhabens hat die Stadt Rheinfelden im laufenden Haushalt einen Zuschuss von 25.000 Euro eingeplant. Der Sozialausschuss folgte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, dem Verein auch für die Jahre 2027 und 2028 – vorbehaltlich der jeweiligen Haushaltsberatungen und -genehmigungen – eine entsprechende Weiterförderung in Aussicht zu stellen.

Entstehung des Projekts

Den Anstoß für das BürgerMobil gab eine Informationsveranstaltung im September des vergangenen Jahres mit rund 50 interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Bürgermeisterin Kristin Fuchs betonte dabei, dass es nicht nur um Mobilität gehe, sondern auch um bürgerschaftliches Engagement und gegenseitige Unterstützung im Alltag.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte Maja Meroth die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit vor, die ein deutliches Potenzial für einen sozialen Fahrdienst in Rheinfelden aufzeigen. Ergänzend berichteten Mitglieder des Linzgau-Shuttle e. V. aus Salem aus der Praxis und gaben Einblicke in Aufbau und Betrieb eines vergleichbaren Angebots.

Im Anschluss bildete sich eine offene Arbeitsgruppe, die das Projekt in den vergangenen Monaten kontinuierlich weiterentwickelte. Dabei wurden zentrale Grundlagen erarbeitet und ein Förderantrag im Programm „Gut Beraten“ der Allianz für Beteiligung gestellt, wodurch fachliche Unterstützung für die Vereinsgründung gewonnen werden konnte.

Bei einem Besuch des Linzgau-Shuttle e. V. im Januar in Salem erhielten die Beteiligten zudem praktische Einblicke in den Alltag eines sozialen Fahrdienstes. Das Projekt wurde darüber hinaus in verschiedenen Stadtteilen vorgestellt, um weitere Unterstützende und ehrenamtlich Engagierte zu gewinnen. Die Resonanz fiel dabei durchweg positiv aus, wie Sprecher Benno Carmelini berichtete: „Das BürgerMobil ist mehr als ein Fahrdienst, es ist gelebte Nachbarschaft und Solidarität.“

Parallel dazu wurde der öffentliche Auftritt vorbereitet. Mit einem eigenen Logo und einer Internetseite (www.buergermobil-rheinfelden.de) verfügt das BürgerMobil künftig über eine zentrale Informationsplattform für Interessierte, Fahrgäste und Engagierte.

Zuspruch aus dem Gremium

„Das Projekt ist schon seit vielen Jahren ein Thema und wir freuen uns sehr, dass sich nun genug Mitstreitende gefunden haben, um einen solchen Fahrdienst in Rheinfelden ins Leben zu rufen“, betont Bürgermeisterin Kristin Fuchs. Auch aus dem Sozialausschuss kam breite Unterstützung über alle Fraktionen hinweg. Spontan unterbreitete Stephanie Grün, Leiterin der Sozialstation, das Angebot, die Fahrer für den erforderlichen Umgang mit behinderten Personen zu schulen, da gehe es um Handgriffe und Haltepunkte, damit niemand zu schaden komme. 

Update aus dem Gemeinderat

Der Gemeinderat beschloss am 25. Juni einstimmig, den Verein BürgerMobil Rheinfelden e.V. mit einem Zuschuss von maximal je 25.000 Euro in den Jahren 2027 und 2028 vorbehaltlich der Haushaltsberatungen und der Genehmigung der Haushalte zu unterstützen.