Die Kirche St. Gallus in Eichsel liegt in Ober-Eichsel und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie steht unter dem Hauptpatrozinium des heiligen Gallus und dem Nebenpatrozinium der Drei Heiligen Jungfrauen Kunigundis, Mechtundis und Wibranda. 

Die Schenkung eines Landbesitzes durch vier Brüder aus Adelhausen zu Ehren des heiligen Gallus und der drei Jungfrauen im Jahr 1192 lässt den Schluss zu, dass die Kirche in Eichsel bereits davor bestanden hat. 

1286 wurde die damals noch kleine Kirche erweitert und im Oktober 1288 geweiht. In der Kirche befanden sich die Gräber der drei Jungfrauen, über denen Postamente und Bildnisse angebracht waren. Am 16. Juni 1504 wurden die Gebeine im Beisein von Kardinal Raimund Peraudi aus den Gräbern erhoben und die Verehrung der drei Jungfrauen von Eichsel als Heilige der Kirche bestätigt. Die Einführung der Reformation im Markgräflerland setzte der Heiligenverehrung und den Wallfahrten nach Eichsel ein Ende. Erst 1862 erfolgte eine Wiederaufnahme in Form des Eichsler Umgangs. 

Wegen des schlechten baulichen Zustands der Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts musste die Kirche ab 1810 langwierig renoviert werden. Im Zuge dieser Arbeiten lieferte Jodok Friedrich Wilhelm 1827 zwei Seitenaltäre. Eine weitere umfassende Renovierung erfolgte in den Jahren 1978 bis 1981, bei der man den ursprünglichen gotischen Zustand wieder herstellte.

Die Gallus-Kirche ist Teil der „Mythischen Orte am Oberrhein“.