Rheinsteg

Bedeutung des Rheinstegs für die Bürger

Mit dem Bau des alten Wasserkraftwerks im Jahr 1898 gegenüber der historischen Zähringerstadt Rheinfelden (Aargau) setzte eine sprunghafte Entwicklung auf der badischen Rheinseite ein. Aus dem kleinen Siedlungskern am deutschen Ufer entstand in wenigen Jahrzehnten aufgrund der Ansiedlung von stromintensiven Industrien die junge Stadt Rheinfelden (Baden).

Das alte Wasserkraftwerk mit seiner schlossartigen Architektur war das erste und größte seiner Art in Europa, weltweit wurde es damals nur von einem Kraftwerk an den Niagarafällen übertroffen. 2014 wurde das alte Kraftwerk sogar noch durch das Institute of Electrical und Electronics Engineers (IEEE), dem weltgrößten Verband von Elektro- und Elektronikingenieuren, mit der Milestone-Auszeichnung gewürdigt.

Diese Auszeichnung gilt als technisches Pendant zum Nobelpreis. Mit dem Milestone würdigte die IEEE die Pioniersleistung des alten Kraftwerks für den Dreiphasenwechselstrom, der später weltweit übernommen wurde, und die Frequenz von 50 Hertz beim Wechselstrom, die in den meisten Ländern zur Norm wurde.

das alte Kraftwerk
Das alte Kraftwerk

Historisch verband eine 210 Meter lange Eisenbrücke für Schweizer Bürger, die in Industriebetrieben auf der badischen Seite arbeiteten, die Industrieunternehmen mit dem Schweizerischen Rheinfelden. Der Rheinsteg, der auf zwei Betonpfeiler im Rhein ruhte, bestand aus Thomas-Stahl und war engmaschig in Fachwerkart im selben Verfahren wie der Pariser Eiffel-Turm genietet.

Blick vom Eisensteg auf das alte Kraftwerk
Der alte Rheinsteg

Mit dem Kraftwerksneubau und der Erhöhung der Stromproduktion aus der regenerativen Energiequelle Wasser von 185 Millionen Kilowattstunden auf 600 Millionen Kilowattstunden wurden aufgrund dabei anfallenden Eingriffen in Natur und Landschaft von der Energiedienst Holding AG 65 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt.

Die wohl wichtigste Maßnahme war die Erstellung eines Fischaufstiegs- und Laichgewässers im ehemaligen Oberwasserkanal des Kraftwerks als Ausgleich für die notwendige Zerstörung eines Teils des natürlichen Gwilds. Für diese Maßnahme musste das alte Wasserkraftwerk samt Eisensteg weichen und wurde 2011 vollständig rückgebaut.

Das neue Wasserkraftwerk
Das neue Kraftwerk

IG Pro Steg

Der Eisensteg, der frühere Arbeitsweg zur deutschen Industrie, hatte sich im Laufe der Zeit zu einer beliebte und gut genutzte Möglichkeit, zwischen den beiden Rheinfelden den Fluss zu überqueren, entwickelt. Der alte Rheinsteg wurde für Arbeitswege, grenzüberschreitende Einkaufsgänge und Besuche, Ausflüge und Spaziergänge genutzt.

Um den Abriss des alten Maschinenhauses und des Stegs zu verhindern, gründete sich im Jahr 2007 die grenzüberschreitende Interessengemeinschaft IG Pro Steg. Seit dem Abriss des Kraftwerks und des Stegs setzt sich die IG Pro Steg für einen Steg-Neubau ein, da die Lage des neuen Kraftwerks als Querungsmöglichkeit über den Rhein ungünstiger als der alte Steg liegt und der Weg insbesondere für Senioren und Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung stellenweise aufgrund der Steigung nicht zu bewältigen ist.

der alte Eisensteg
Der alte Rheinsteg wurde gerne von den Bürgern zur Querung des Rheins genutzt.

Rheinufer-Rundweg extended

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Basel 2020 sind der grenzüberschreitende Rheinfelder Rheinufer-Rundweg und der neue Rheinsteg als IBA-Projekt nominiert. Dem Rhein als verbindendes Element der Länder Deutschland, Frankreich und Schweiz kommt bei der IBA Basel 2020 eine besondere Bedeutung zu. Durch die enge Vernetzung des Natur- und Stadtraums und die städtebauliche Wirkung des Rheinstegs leisten daher diese Projekte der beiden Rheinfelden einen wichtigen Beitrag zur IBA Basel 2020.

Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der übergeordneten IBA-Projektgruppe "Rheinliebe", die den Rhein von Bad Bellingen/Kembs bis Stein/Bad Säckingen als gemeinsamen Flusspark mit durchgängigen Wegeverbindungen entwickeln will.