Ein Zeichen für den Klimaschutz

Nahwärmenetz

Die Stadt möchte ihr 2015 ins Leben gerufene Nahwärmenetz massiv ausbauen und damit auch ein klares Zeichen für den Klimaschutz setzen. Sie baut dabei auf die Zusammenarbeit mit der Industrie – Stichwort „Abwärmenutzung“.

Anschluss privater Gebäudeeigentümer

Eigentümer, die an der Leitungsstrecke des Wärmenetzes wohnen, haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Bauarbeiten kostengünstig an das Netz anschließen zu lassen. Damit es gelingt, möglichst viele Haushalte dafür zu gewinnen, wurde Ende letzten Jahres das Freiburger Beratungsbüro „Endura kommunal“ mit der Ausarbeitung entsprechender Quartierskonzepte (Rheinfelden Mitte I und II) beauftragt.

Zentrales Ziel der Konzepte ist neben dem Klimaschutzaspekt, eine Sensibilisierung aller Gebäudeeigentümer für einen Anschluss an das Wärmenetz. Darüber hinaus werden auch Beratungen zu energetischen Sanierungsmaßnahmen am Gebäude und zu möglichen Modernisierungsmaßnahmen der installierten Energieversorgungssysteme angeboten.

Weiterhin sollen neben privaten Gebäudeeigentümern auch Großkunden wie beispielsweise die städtische Wohnbau oder die Betreiber des Hochrheincenters als Abnehmer gewonnen werden.

Gebäudeeigentümer, die sich für einen Nahwärme- und/ oder Glasfaseranschluss interessieren, können sich auf der Nahwärmeseite der Stadtwerke Rheinfelden (Baden) über Angebote informieren.

Förderbescheid "Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte" in Höhe von einer Millionen Euro

Das Nahwärmenetz ist ein Meilenstein für die Nachhaltigkeit in Rheinfelden (Baden) – die Abwärme der Chemieproduktionsfirma Evonik soll genutzt werden, um „die Stadt zu beheizen“. Private Öl- und Gasheizungen und der damit verbundene Verbrauch fossiler Brennstoffe werden damit überflüssig. Dies wird auch seitens des Umweltministeriums anerkannt: Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter überreichte der Stadt Rheinfelden (Baden) im August 2018 im feierlichen Rahmen einen Förderbescheid des Ministeriums im Rahmen des Förderwettbewerbs „Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“.

„Ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Handeln sind kein Widerspruch, sondern bedingen einander“, äußerte sich die Staatssekretärin im Rahmen der Verleihung beim Spezialchemiekonzern Evonik. „Die Nutzung der Abwärme eines Industriestandorts zur Beheizung städtischer Einrichtungen und Wohnhäuser ist dafür ein exzellentes Beispiel“, so Schwarzelühr-Sutter. Das Kooperationsprojekt von Evonik und den Stadtwerken wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) mit Mitteln in Höhe von rund einer Million Euro gefördert.

Weiterer Ausbau

Zur Verknüpfung der Abwärmequelle bei Evonik mit dem bestehenden Netz wird die bestehende Trasse in der Müßmattstraße nach Süden bis zum Rathaus geführt und von dort durch die Fritz-Rössler-Straße nach Osten bis zur Karl-Fürstenberg-Straße und dann weiter bis zur Josefstraße.

Ebenso soll ab 2020 die Leitung nach Westen weitergeführt werden in Richtung Werderstraße bis zum Freibad. Und auch die westliche Karl-Fürstenberg-Straße, die Kapuzinerstraße, der Seidenweberweg und die Zähringerstraße sollen an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.  

Industrielle Abwärme

Eine erste Potenzialanalyse zeigte, dass die industrielle Abwärme des Industriebetriebes Evonik ausreichen würde, um die gesamte Stadt mit Energie zu versorgen. Deshalb unterzeichneten im August vergangenen Jahres Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Vertreter der Firma Evonik eine Absichtserklärung zur Nutzung der Abwärme der Firma Evonik für den weiteren Ausbau des stadteigenen Wärmenetzes. Zentraler Punkt des Dokuments ist der Abhitzekessel des Werkes, der den Betrieb am Rhein das ganze Jahr mit Wärme versorgt.

Da die Firma jedoch Temperaturen unter 95 Grad Celsius nicht für ihre Produktion nutzen kann und das Wärmenetz der Stadtwerke gleichzeitig auf Temperaturen zwischen 45 und 95 Grad Celsius ausgelegt ist, gestalten sich die Bedingungen für eine Zusammenarbeit ideal.

Aus dem Abhitzekessel können pro Jahr rund 12 Millionen Kilowattstunden Wärme ausgekoppelt werden, was für die Stadt auch einen großen Schritt in Sachen Klimaschutz bedeutet. 

Bestehendes Netz

Das Wärmenetz Rheinfelden Nord, das 2015 startete, entwickelte sich mehr als zufriedenstellend. Bereits im dritten Jahr konnten schwarze Zahlen geschrieben werden. Bis 2018 wurden zehn Gebäude an das Wärmenetz angeschlossen: Dazu gehören das Bürgerheim, das Hallenbad, die Realschule, der Campus, die Schiller-, Goethe- und Eichendorffschule sowie das private Pflegeheim „Haus am Park“, der St. Anna Kindergarten und die Gewerbeschule des Landkreises. Zudem folgte im weiteren Verlauf des vergangenen Jahres das Georg-Büchner-Gymnasium.

Übersichtskarte über das bestehende und geplante Wärmenetz
Die Karte bietet eine Übersicht über das bestehende Netz und die geplanten Erweiterungen.