Städtische Nachricht

Wirtschaftsgespräche


Die beiden Referenten -Professor Dr. Marco Wölfle und Rebecca Paul - legten mit ihren Vorträgen den Grundstein für einen angeregten Austausch.

Komplexes Thema

Auf die Komplexität des Themas ging Oberbürgermeister Klaus Eberhardt kurz in seiner Begrüßung ein. „Die Lösung dieser Aufgabenstellung gleicht aufgrund der Überlagerung vieler Themen der Quadratur des Kreises“, so das Stadtoberhaupt. Man müsse das Thema sehr viel breiter diskutieren und beispielsweise auch Fragen einer überbordenden Regulatorik, die viele Arbeitskräfte binde, in Angriff nehmen. „Gleichzeitig müssen wir uns auch die Frage stellen, was können wir uns noch leisten und ggf. Geschäftsmodelle überdenken“.

Ursache und Ansätze

Aspekte, die auch Marco Wölfle in seinem Vortrag aufgriff. Der Professor für Finanz- und Immobilienwirtschaft, der seit zwölf Jahren wissenschaftlicher Leiter des Centers for Real Estate Studies und der VWA Business-School ist, riss in seinem Beitrag verschiedene Ursachen für den aktuellen Fachkräftemangel an – angefangen beim demographischen Wandel über die Zunahme an Qualitätskontrollen bis hin zur Komplexitätszunahme - und skizzierte mögliche Lösungsansätze. Dabei verwies er immer wieder auf erfolgreiche Strategien aus dem Produktmarketing. „Auch im Arbeitgebermarketing ist es wichtig die individuellen Alleinstellungsmerkmale zu formulieren und zu kommunizieren“, so Wölfle.

Intelligente Führung

Nach diesem Überblick über Ursachen und Wirkungen konzentrierte sich Rebecca Paul, die sich vor acht Jahren als Speakerin und Coach selbständig gemacht hat und zuvor weltweit für verschiedenste Unternehmen tätig gewesen war, auf die Bedeutung der Führungskräfte bei der Akquise und Bindung von Mitarbeitern. „Trotz der schwierigen Arbeitsmarktsituation gelingt es manchen Unternehmen nach wir vor schlagkräftige Teams aufzubauen. Woran liegt das?“ – so die Ausgangsfrage ihres Referats. Ihre Antwort: der Dreisatz der intelligenten Menschenführung – bestehend aus Klarheit, Respekt und Stärke.

Bedeutung Vision

Als erstes müsse ein Unternehmen das Warum, Wie und Was klären. Warum gibt es das Unternehmen, wie grenzen wir uns vom Wettbewerb ab, was bieten wir? „Antworten auf das Warum schaffen Identität, vermitteln Visionen und Werte, binden Teammitglieder ein und rufen Loyalität hervor“, so ihre Überzeugung.

Neben dieser Vision sei der direkte Umgang zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ein ganz entscheidender Faktor. „Respekt ist für mich an dieser Stelle, dass man genau hinschaut und berücksichtigt, wie das Gegenüber „tickt“, so Paul. „Die Schlüsselfrage lautet: Hat der Mitarbeiter jeden Tag die Gelegenheit, das zu tun, was er am besten kann?“

Und nicht zuletzt, müsse man als Arbeitgeber und Vorgesetzter Stärke zeigen, das bedeute jungen Kräften zu vertrauen, keine Angst vor Entscheidungen zu haben und kein Mittelmaß zu akzeptieren.

Austausch

Beim anschließenden Apéro wurde der Input aus den Referaten angeregt - auch mit den Referenten - diskutiert. Wirtschaftsförderer Michael Meier zeigte sich mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden. "Neben dem Input zu einem Fachthema sind die Wirtschaftsgespräche vor allem auch eine Plattform, um sich zu vernetzen, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Und es freut mich zu sehen, dass dieses Angebot so gut gentutz wird", so Meier.