Städtische Nachricht

IG kämpft für Erhalt des Krankenhauses


Gründung einer IG gegen die vorzeitige Schließung des Krankenhauses Rheinfelden.
In einer sehr sachlichen Diskussion legten die Anwesenden die Ziele der IG fest und wählten Dr. Udo Schwehr (Mitglied des Fördervereins) zum Sprecher der IG sowie Hannelore Nuß zu seiner Stellvertreterin. Unterstützt wird das Sprecherteam durch einen Beirat, der sich aktuell aus sieben Personen – Bürgern, Ärzten sowie weiteren Mitgliedern des Fördervereins – zusammensetzt, darunter auch Dr. Friedrich Hauß, der Vorsitzende des Fördervereins, sowie Oberbürgermeister Klaus Eberhardt.

Sondersitzung und Kundgebung

Neben einer Sondersitzung des Gemeinderats zur drohenden Schließung des Rheinfelder Kreiskrankenhauses am Montag, 18. September, um 17 Uhr, soll voraussichtlich am Samstag, 30. September, um 11 Uhr eine Kundgebung in der Innenstadt stattfinden. Parallel dazu werden die erfolgreich begonnene Unterschriftenaktion sowie die Online-Petition   fortgeführt.

Versorgungssicherheit

Oberstes Ziel der IG ist es, die Notfall- und medizinische Grundversorgung sowohl am Standort Rheinfelden als auch im gesamten Landkreis Lörrach sicherzustellen. Lörrach könne zum jetzigen Zeitpunkt – ohne Zentralklinikum – eine Standortschließung nicht kompensieren, so die einhellige Meinung, auch vieler bei der Gründungsversammlung anwesender Ärzte. Zumal, wie Oberbürgermeister Klaus Eberhardt in der Versammlung ausführte, die erforderlichen Hilfsfristen im Landkreis bereits heute in 50 Prozent der Fälle nicht eingehalten werden können. Eine Tatsache, die von der Vorsitzenden des DRK Ortsvereins, Irene Knauber, bestätigt wurde. „Bei der Vorstellung, wie das werden soll, wenn das Rheinfelder Krankenhaus schließt, wird mir angst und bang“, so Knauber.

Personalsicherung

Gleichzeitig macht sich die IG für einen fairen und wertschätzenden Umgang mit dem Personal stark. Gerade im Hinblick auf das für das Zentralklinikum benötigte Personal, sei die Sicherung und Weiterentwicklung des medizinischen Personalbestandes ein „Muss“, so die IG-Initiatoren. Darüber hinaus sollen die Rheinfelder Pläne für ein MVZ mit Hochdruck weiterverfolgt werden.

Druck auf Politik

Mit Gründung der IG gegen die vorzeitige Schließung des Krankenhauses Rheinfelden soll Druck auf die Politik aufgebaut werden. Wann der Aufsichtsrat der Kliniken und der Kreistag die Entscheidung fällen, sei nicht bekannt, erklärte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Er rechnet im Oktober / November damit. Noch müssten die Pläne vom Regierungspräsidium und vom Bereichsausschuss DRK geprüft werden.

Kopfschütteln

Die jeweiligen Sachstandsberichte zur Situation am Krankenhaus und zum zeitlichen Ablauf der verschiedenen Beschlüsse durch Dr. Friedrich Hauß, den Vorsitzenden des Fördervereins Kreiskrankenhaus Rheinfelden, und Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sorgten bei den Anwesenden erneut für ungläubiges Kopfschütteln und Fassungslosigkeit.

Wie der Vorsitzende ausführte, sei selbst zwei Tage vor der Berichterstattung in den Zeitungen bei einer Mitarbeiterinformation im Krankenhaus keine Sprache von einem Kurswechsel oder einer möglichen Schließung gewesen. Ganz im Gegenteil, seit Anfang des Jahres seien sehr konkrete Gespräche und Planungen zur Umsetzung des im Dezember 2022 beschlossenen Aufbaus eines ambulanten OP-Zentrums in Rheinfelden durchgeführt worden.

Bündelung der Kräfte

„Der heutige Abend und die Gründung der IG gibt uns Mut, alle Kräfte zu bündeln und für den Erhalt des Rheinfelder Krankenhauses zu kämpfen“, erklärte das Stadtoberhaupt zum Ende der Versammlung. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass sich alle Kreistagsfraktionen für den Verbleib der Krankenhäuser in öffentlicher Hand ausgesprochen hätten. Gerade im Hinblick auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Die geplante Schließung eines Standortes sei mit dem Anspruch einer öffentlichen Gesundheitsvorsorge, in seinen Augen, nicht mehr vereinbar.

Neben dem Sprecher Dr. Udo Schwehr (Internist und Kardiologe) und seiner Stellvertreterin Hannelore Nuß (Kreis- und Stadträtin) sitzen folgende Personen im Beirat: der Facharzt für Allgemeinmedizin Ludwig Fritze, der Rheinfelder Sparkassendirektor Klaus Schäuble, die Fachärztin für Allgemeinmedizin Judith Friedrich-Riemenschneider, der Facharzt für Chirurgie Friedrich Hauß, der Facharzt für Innere Medizin Jamal Alshoukri, der Logopäde Martin Ochsenhirt-Schmid, sowie Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt.

Dr. Udo Schwehr ist der Sprecher der IG, Hannelore Nuss seine Stellvertreterin.