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Dr. Patrick Pauli
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Stadtverwaltung
Kirchplatz 2
79618 Rheinfelden (Baden)

Biotope

Wertvolle Lebensräume im Sinne von Biotopen sind vor allem die Magerwiesen an den steilen, trockenen Muschelkalkhängen, die Feuchtgebiete und die Bachufervegetation in den Talmulden und dem Hochrheintal. Dabei spielen auch die die großen Obstbaumwiesen in den Randlagen der Dörfer sowie die Feldhecken und die breiten Waldränder eine große Rolle.

Im Laufe der Jahrhunderte passte sich die bäuerliche Landwirtschaft den unterschiedlichen Bedingungen an. So entwickelten sich Lebensräume mit einer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt, in enger Verbundenheit mit der traditionellen Landnutzung. Unter den Bedingungen des modernen Agrarmarktes können viele dieser landschaftstypischen Lebensräume nicht mehr rentabel bewirtschaftet werden. Daher wird in Rheinfelden (Baden) die Regionalvermarktung auf lokaler Ebene gefördert. Die Verbraucher können durch den Kauf heimischer Produkte auch die Pflege und den Erhalt der von traditioneller Landwirtschaft geprägten Landschaft unterstützen.

Biotoppflege

Die Biotoppflege ist eine Landbewirtschaftung, die bevorzugt dem Erhalt der wildlebenden Pflanzen- und Tierarten dient. So werden Wiesen erst ab Juli gemäht, damit die Pflanzen ausblühen und für die Insektenwelt eine reiche Nahrung bieten. Die Stauden am Bachrand bleiben streckenweise stehen, damit sie auch den Fischen und Kleinlebewesen im Bach Unterschlupf bieten können.

Auf der Gemarkung Rheinfelden werden umfangreiche Flächen über die Landschaftspflegerichtlinien mit Fördermitteln von den entsprechenden Behörden, sowie durch Eigenleistung durch die Landwirte oder durch Naturschutzgruppen finanziert und gefördert.

Streuobstwiesen

Landschaftstypisch für Rheinfelden sind Streuobstwiesen in den Ortsrandlagen. Die locker mit hochstämmigen Obstbäumen bestandenen Wiesenflächen bieten nicht nur ein prächtiges, jahreszeitlich wechselndes Landschaftsbild, sondern auch Lebensraum für viele Vogelarten.

Die Extensivierung der Wiesen und die Erhaltung und Verjüngung der Baumbestände sind daher auch Ziele verschiedener Fördermaßnahmen des Naturschutzes. Dazu gehört auch die Nutzung der Obsterzeugnisse (Regionalvermarktung). Nicht zuletzt bilden sie heutzutage wichtige Freiräume im Siedlungsbereich, die den Erholungswert vor allem auch für Familien und Kindern verbessern.

Magerwiesen

Magerwiesen sind sehr blumenreich. Ihre mannigfaltige Blütenpracht erreicht im Sommer ihren Höhepunkt. Sie kommen auf mäßig trockenen und warmen Standorten mit nährstoffarmen Böden vor. Am Dinkelberg findet man sie vor allem an den sonnigen, steilen Muschelkalkhängen. Ihre Pflanzen- und Blütenvielfalt ist für viele Insekten, insbesondere Schmetterlinge oder Wildbienen, die einzige Lebensgrundlage.

Ohne jährliche Mahd oder Beweidung würden die Magerrasen verfilzen und verbuschen und ihr Blütenreichtum innerhalb weniger Jahre abnehmen. Auf dem Dinkelberg werden heute die Magerrasen meist von Schafen beweidet. Eine Mahd an den steilen Hängen ist oft nur mit handgeführten Geräten möglich und daher sehr mühsam. Etliche ehemalige Magerrasen an Steilhängen sind daher leider mittlerweile aufgeforstet oder der natürlichen Verbuschung überlassen.

Feuchtwiesen und Feuchtbiotope

Feuchtwiesen sind dichte, hochwüchsige Wiesen mit einem hohen Anteil an Sauergräsern und sommerblühenden Hochstauden. Sie kommen in Bachauen und Quellgebieten vor. Oft enthalten sie kleine wassergefüllte Mulden (Feuchtbiotope), die den Kröten, Fröschen und Molchen als Laichgewässer dienen.

Früher konnte das harte Gras als Einstreu für das Vieh genutzt werden. Heute ist es für die Landwirtschaft kaum noch verwendbar. Werden Nasswiesen zur besseren Nutzung entwässert, geht der Lebensraum für viele Amphibien und Insekten verloren. Darüber hinaus tragen Feuchtgebiete zur Reinhaltung von Oberflächen- und Grundwasser und zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes bei.

Große Feuchtwiesenbereiche liegen im Gewann Seeboden/Tüfelgrub nordwestlich von Adelhausen, im Gewann Volkertsberg bei Herten, im Bereich des Hunzelbachtals bei Nordschwaben sowie westlich von Unterminseln im Gewann Bleich.

Feldhecken

Feldhecken befinden sich meist auf Steilböschungen und Hangstufen. Sie bestehen aus verschiedenen Wildsträuchern und mittelgroßen Bäumen wie Feldahorn und wurden früher auch zur Brennholzgewinnung genutzt.

Als wertvolle Strukturen in der Landschaft bieten sie vielen Insekten, Vogelarten und Kleinsäugern wie Wiesel, Hase und Igel einen Lebensraum. Für diese Tierwelt ist es ein großer Verlust, wenn die Hecken aufgegeben oder durch eine monotone Fichtenaufforstung ersetzt werden. Darüber hinaus schützen sie vor Bodenerosion und strukturieren die Landschaft.

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