
Die Brücke zwischen den beiden Städten Rheinfelden existiert natürlich schon maßgeblich länger, aber vor 100 Jahren wurde, nachdem die alte Holzbrücke abgebrannt war, die Steinbrücke fertig gestellt. „Das Inseli ist der Grund, warum es die beiden Rheinfelden gibt“, so Stadtammann Franco Mazzi. „Zwischen Bodensee und Straßburg gibt es nur ganz wenig Stellen, wo man leicht eine Brücke bauen konnte, aber hier war es möglich. Das passierte sogar früher als in Lauffenburg oder in Basel.“

Stadtammann Franco Mazzi fallen neben dem 100jährigen Jubiläum noch einige andere Gründe ein, weshalb gefeiert werden soll. Die Sanierung der baufälligen Brücke wird demnächst abgeschlossen und anschließend die Brücke vom Kanton Aargau der Gemeinde Rheinfelden (CH) geschenkt. Neben der Brücke wurde auch das Inseli renoviert und der Park dort neu angelegt. Außerdem ist es Zeit für das beliebte Altstadtfest, das alle zwei Jahre im Schweizerischen Rheinfelden stattfindet.

Die Stadtverwaltung Rheinfelden (Baden) wollte es sich aus all diesen Gründen nicht nehmen lassen, sich ebenfalls beim Brückenjubiläumsfest zu beteiligen. „Zum ersten Mal machen wir so ein richtiges gemeinsames Fest, das kann ja nur daran liegen, dass ich jetzt aufhöre“, scherzt Oberbürgermeister Eberhard Niethammer. Der Oberbürgermeister hält fest, dass die Brücke mehr als ein Verkehrspunkt war und ist. „Die Brücke hat ganz zentrale Bedeutung für Freundschaft und Partnerschaft.“

Das Fest beginnt am Freitag, den 15. Juni, mit dem Altstadtfest in der Schweiz. Patric Burkhard vom Organisationskomitee weist daraufhin, dass mehr als 40 Organisationen, darunter 28 Vereine, an dem Fest beteiligt sind. „Vereine sind das zentrale Element für das Fest.“ Eine 180 Meter lange Theke, an der die Vereine bewirten, zieht sich von der Brücke durch die Schweizer Altstadt. Weiterhin gibt es auf Schweizer Seite drei Bühnen mit verschiedenen Unterhaltungsprogrammen. Highlight ist die Jazzmatinee auf dem Zähringerplatz am Sonntag um 11.00 Uhr. Auf dem Inseli gibt es eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Rheinbrücke, die Geschmack auf die große Ausstellung im Fricktaler Museum in Marktgasse machen soll.

Auf deutscher Seite beginnt das Fest am Freitag mit der Theateraufführung „Die Vögel“ von Tempus fugit auf dem Inseli, an der 80 Darstellern beteiligt sind. „In Deutschland haben wir kein Vereinsfest, sondern ein Kulturprogramm, so gesehen das lockere Pendant zum Altstadtfest“, so Claudius Beck, Leiter des Kulturamtes in Rheinfelden (Baden). Am Haus Salmegg wird eine große Bühne errichtet und im oberen Salmeggpark die Wanderbühne mit Clownerie aus der Dimitri Schule. Am Samstag liegt der Schwerpunkt auf der Musik. Von 14.00 bis 19.00 Uhr spielen verschiedene Gruppen und Ensembles der Musikschule und die Hip-Hop-Tanzgruppen United Stepz und All 4 One treten auf. Höhepunkt ist um 20.30 Uhr das Bruckner-Projektorchester unter Leitung von Eckhart Hanser.

Daneben treten Samstag wie Sonntag viele Rheinfelder Amateurkünstler wie das RaSpelDuo mit Sketchen, Gregor Schmitz mit Panflöte oder der Zirkus Karozzi auf. Umrundet wird das ganze Fest auch auf deutscher Seite mit Ausstellungen. Auf der Brücke kann das Fotoprojekt „Grenzgänger“ mit Alltagsaufnahmen von der Rheinbrücke besucht werden und die Ausstellung „Angekommen. Zuwanderung nach Rheinfelden“ im Stadtmuseum im Haus Salmegg ist ebenfalls samstags und sonntags geöffnet. Für Kinder gibt es Angebote von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung und vom Spielmobil Freiburg. In der Rheinbrückstraße ist für Bewirtung gesorgt. Alle Veranstaltungen, außer der Theateraufführung von Tempus fugit, sind kostenlos. Das Fest endet dann am Sonntag mit einer weiteren Aufführung von „Die Vögel“. „Wie Sie sehen, da ist einiges los an den drei Tagen“, so Daniel Vulliamy vom Stadtmarketing in Rheinfelden (CH).